Anti-CD19-ALLRekrutierend

Ein neuer Antikörper (Tafasitamab) bei Kindern/Jugendlichen mit rezidivierter/refraktärer B-ALL nach Stammzelltransplantation

Geschlecht
Frauen und Männer
Alter
bis 18 Jahre
Studienart
Interventionell
Therapielinie
Rezidiv / refraktär
Phase
Phase I/II

Worum geht es in dieser Studie?

Die akute lymphatische Leukämie (ALL) wird bei entsprechenden Risikofaktoren mit einer Stammzelltransplantation behandelt. Obwohl diese meist sehr effektiv ist, sprechen manche Patient*innen nicht ausreichend an oder die ALL wird erneut aktiv. Für diese Situation stehen bisher nur wenige Therapieoptionen zur Verfügung. Tafasitamab ist ein neues Medikament, dass bisher nur für eine andere Erkrankung zugelassen ist, nicht aber für die ALL. Die Anti-CD19-ALL-Studie untersucht die Sicherheit und Wirksamkeit von Tafasitamab nach vorheriger Behandlung mit einer Stammzelltransplantation. Zuerst soll eine sichere und wirksame Dosis bestimmt und anschließend die Wirkung bewertet werden. Teilnehmen können Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre mit einer akuten lymphatischen B-Zell-Leukämie (B-ALL), die bereits eine oder mehrere Stammzelltransplantationen hinter sich haben und weiterhin Anzeichen der Krankheit zeigen.

Studienablauf

Voraussetzungen

Diagnose: Akute lymphatische B-Zell-Leukämie

Alter: bis 18 Jahre

Therapielinie: Rezidiv / primär refraktär

Wichtige Einschlusskriterien: CD19 positiv; nach Stammzelltransplantation; minimale Resterkrankung

Zuteilung

Einarmigen Studie

Behandlung

ca. 77 Wochen
Tafasitamab1. Phase Dosisbestimmung
Tafasitamab2. Phase Dosisanwendung

Nachbeobachtung

17 Monate

Ausführliche Beschreibung

Die akute lymphatische Leukämie (ALL) ist die häufigste Blutkrebserkrankung im Kindesalter. Dabei sind bestimmte weiße Blutkörperchen, die sogenannten Lymphozyten, bösartig verändert und verdrängen das normale blutbildende Knochenmark. Lymphozyten werden in B- und T-Zellen unterteilt, die für die Abwehr von Fremdkörpern, wie z.B. Krankheitserregern, zuständig sind. Diese Studie untersucht ALL-Erkrankungen, bei denen die B-Zellen betroffen sind (B-ALL), was die häufigere Variante darstellt. Typische Symptome sind erhöhte Infektanfälligkeit, Blutungsneigung, Leistungsminderung und Schwindel. Die Behandlung einer ALL erfolgt typischerweise anhand etablierter Therapieprotokolle. Liegen gewisse Risikofaktoren vor oder ist das Ansprechen auf die Standardtherapie nicht ausreichend, erfolgt eine Stammzelltransplantation (SZT). Hierbei wird das erkrankte Blutsystem der Patient*innen mittels einer starken Chemotherapie und ggf. Bestrahlung zerstört und anschließend wird ein neues Blutsystem einer fremden Person (allogene SZT) transplantiert. Trotz möglicher Nebenwirkungen handelt es sich um ein hocheffektives Verfahren, wodurch viele Patient*innen geheilt werden können. Dennoch gibt es Fälle, in den eine SZT nicht ausreichend anspricht oder die Erkrankung nach kurzer Zeit wieder aktiv ist. Für diese Situation fehlen bisher ausreichende Therapieoptionen.

In der Anti-CD19-ALL-Studie wird das Medikament Tafasitamab untersucht, ein Antikörper, der gezielt gegen ein Protein (CD19) auf der Oberfläche der B-Zellen wirkt und dadurch die entarteten Krebszellen zerstört. Tafasitamab wird bei anderen Erkrankungen bereits eingesetzt und wird von Erwachsenen gut vertragen. Die Studie möchte zuerst eine nebenwirkungsarme und sichere Dosis von Tafasitamab bei Kindern bestimmen (Phase 1) und im zweiten Schritt (Phase 2) den Effekt des Medikaments auf den Krankheitsverlauf untersuchen. Das Medikament soll helfen, wieder aufgetretene Krebszellen effektiv zu bekämpfen und so das Risiko eines erneuten Rückfalls verringern und die langfristige Überlebensrate verbessern. Es gibt nur einen Studienarm, d.h. alle Patient*innen erhalten Tafasitamab und kennen die Behandlung (offen). In der ersten Phase wird eine sichere und wirksame Dosis des Antikörpers bei Kindern bestimmt (Beobachtung 49 Tage). Im zweiten Teil wird untersucht, wie gut das Medikament wirkt und welche Nebenwirkungen auftreten. Dazu wird die Anzahl an Krebszellen im Blut und Knochenmark (minimale Resterkrankung, MRD) bis zu 1,5 Jahre (545 Tage) nach Behandlungsstart untersucht. Die Patient*innen erhalten in beiden Phasen alle zwei Wochen die vorher ermittelte Dosis Tafasitamab, und in den ersten 3 Zyklen zusätzliche Dosen.

Teilnehmen können Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre, die an einer CD19-positiven akuten lymphatischen B-Zell-Leukämie erkrankt sind. Die Erkrankung muss bereits mit einer allogenen Stammzelltransplantation behandelt worden sein, allerdings ohne ausreichenden Erfolg. Die Patient*innen zeigen also weiterhin Zeichen der Erkrankung oder haben einen Rückfall erlitten.

Fakten

  1. Welche Erkrankung: Akute lymphatische B-Zell-Leukämie (B-ALL).
  2. Krebs-Merkmale: Patienten nach allogener Stammzelltransplantation mit anhaltender oder wiedergekehrter Krankheit (MRD-positiv oder Rezidiv), CD19-positiv, Alter < 18 Jahre.
  3. Was untersucht die Studie: Phase 1: Bestimmung der optimalen Dosis von Tafasitamab. Phase 2: Wirksamkeit von Tafasitamab bei B-ALL nach SZT.
  4. Ziel der Studie: Untersuchung, ob durch Tafasitamab ein Rückfall verhindert bzw. der Krankheitsverlauf verbessert werden kann (Bewertung der MRD-Rate und des ereignisfreien Überlebens).
  5. Wie lange dauert die Studie: Behandlungszeitraum Phase 1 ca. 49 Tage, Phase 2 ca. 545 Tage (ca. 1,5 Jahre).
  6. Studienmerkmale: Phase-1/2-Studie, eine Behandlungsgruppe (mit Dosisstufen in Phase 1), offene Studie.

Studienzentren

15 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet. Finden Sie ein Zentrum in Ihrer Nähe.

  • Charité – Universitätsmedizin Berlin

    Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin

    Rekrutierend
  • Universitätsklinikum Düsseldorf

    Moorenstrasse 5, 40225 Düsseldorf

    Rekrutierend
  • Universitätsklinikum Essen

    Hufelandstrasse 55, 45147 Essen

    Rekrutierend
  • Universitätsklinikum, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

    60590 Frankfurt

    In Vorbereitung
  • Universitätsklinikum Frankfurt

    Theodor-Stern-Kai 7, 60590 Frankfurt am Main

    Rekrutierend
  • Universitätsklinikum Freiburg

    79106 Freiburg

    Rekrutierend

Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.

Medizinische Redaktion

  • Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
  • PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin

Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT05366218) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.