AUGMENT-101Rekrutierend

Ein neues Medikament (Revumenib) mit einem neuartigen Wirkmechanismus zur Behandlung vorbehandelter akuter Leukämien

Geschlecht
Frauen und Männer
Alter
ab 0 Jahren
Studienart
Interventionell
Therapielinie
Rezidiv / refraktär
Phase
Phase I/II

Worum geht es in dieser Studie?

Akute Leukämien beschreiben plötzlich auftretende, bösartige Erkrankungen der Blutzellen. Die AUGMENT-101-Studie untersucht die optimale Dosis und Wirksamkeit des neuartigen Medikaments Revumenib, eines Menin-Hemmers, bei Patient*innen mit wiederkehrender (rezidivierender) oder therapieresistenter (refraktärer) akuter Leukämie mit bestimmten genetischen Veränderungen. Teilnehmen können Patient*innen ab 1 Monat mit einer akuten myeloischen Leukämie (AML) und einer KMT2A-Genumlagerung, NUP98-Translokation oder Mutation des NPM1-Gens, einer akuten Leukämie mit gemischtem Phänotyp (MPAL) oder einer akuten lymphatischen Leukämie (ALL) mit KMT2A-Veränderung.

Studienablauf

Voraussetzungen

Diagnose: Akute Leukämie

Alter: ab 0 Jahren

Therapielinie: Rezidiv / primär refraktär

Wichtige Einschlusskriterien: KMT2A-Genumlagerung (ALL & AML); NPM1-Mutation; NUP98-Genumlagerung

Zuteilung

Sequenzielle Zuweisung

Behandlung

RevumenibPatient*innen, die keinen Cytochrom P450 3A4 (CYP3A4) Induktor oder Inhibitor bekommen oder Fluconazol; Dosisfindung
RevumenibPatient*innen, die Itraconazol, Ketoconazol, Posaconazol oder Voriconazol (starke CYP3A4 Hemmer) als Pilzinfektionsprophylaxe bekommen; Dosisfindung
RevumenibPatient*innen, die Evumenib und Cobicistat einnehmen; Dosisfindung
RevumenibPatient*innen, die Fluconazol (moderater CYP3A4 Hemmer) als Pilzinfektionsprophylaxe erhalten; Dosisfindung
RevumenibPatient*innen, die keine schwachen, moderaten oder starken CYP3A4 Inhibitoren oder Induktoren erhalten; Dosisfindung
RevumenibPatient*innen, die Isavuconazol (moderater CYP3A4 Inhibitor) als Pilzinfektionsprophylaxe erhalten; Dosisfindung
RevumenibPatient*innen mit KMT2A-Genumlagerung bei ALL / mixed phenotype akuter Leukämie (MPAL)
RevumenibPatient*innen mit KMT2A-Genumlagerung bei AML
RevumenibPatient*innen mit NPM1-Mutation bei AML

Nachbeobachtung

36 Monate

Ausführliche Beschreibung

Akute Leukämien sind rasch fortschreitende, aggressive Blutkrebsarten, die aus unreifen Blutzellen meist im Knochenmark entstehen und sich schnell ausbreiten. Sie verdrängen das gesunde Knochenmark, wodurch nicht ausreichend funktionstüchtige Blutzellen gebildet werden. Die Betroffenen zeigen häufig Schwäche, Abgeschlagenheit, Infektanfälligkeit und unter Umständen auch Blutungen. Bei der akuten myeloischen Leukämie (AML) sind Vorläuferzellen der sog. myeloischen Zellreihe verändert. Bei der akuten lymphatischen Leukämie (ALL) bilden sich die Krebszellen aus unreifen Vorläuferzellen der Lymphozyten. Standardbehandlungen der akuten Leukämien umfassen Chemotherapie, Strahlentherapie und Stammzelltransplantation, die jedoch nicht immer erfolgreich sind. Bei wiederkehrenden Erkrankungen (Rezidiv) oder Patient*innen, die nicht gut auf die Behandlung ansprechen (refraktär), werden neue Therapieansätze benötigt. Akute Leukämien werden durch verschiedene genetische Veränderungen in den Blutzellen verursacht wie z.B. eine KMT2A-Genumlagerung und/oder eine Mutation des NPM1-Gens. Beide Genveränderungen scheinen mit dem Protein Menin zusammenzuhängen. Dieses Protein wird durch Revumenib gehemmt, was die Aktivität von Signalwegen blockieren soll, die für das Wachstum und die Vermehrung der Leukämiezellen verantwortlich sind.

Die AUGMENT-101-Studie wird in zwei Phasen durchgeführt, bei beiden Phasen wissen sowohl Ärzt*in als auch Patient*in über die jeweilige Therapie Bescheid (offen): In der ersten Phase (Phase 1, Dosis-Eskalation) wird die maximal verträgliche Dosis und die Dosis für die darauffolgende Phase ermittelt. Dazu erhalten die Patient*innen in aufsteigenden Dosierungen Revumenib. Die Patient*innen werden in 6 Studienarme aufgeteilt. Manche der Gruppen erhalten zusätzlich eine Prophylaxe für Pilzinfektionen oder einen Hemmer des Enzyms CYP3A4, das Revumenib abbaut. Es wird untersucht, ob die zusätzliche Gabe des CYP3A4-Hemmers die notwendige Dosis verringern könnte. Diese Phase dauert ungefähr 1 Jahr, danach soll die Dosis für Phase 2 festgelegt worden sein. Phase 2 (Expansion) konzentriert sich darauf, die Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit von Revumenib in spezifischen Gruppen zu bewerten. Dazu werden die Patient*innen in drei Studienarme aufgeteilt: Gruppe A: Patient*innen mit KMT2Ar ALL oder MPAL, Gruppe B: Patient*innen mit KMT2Ar AML, Gruppe C: Patient*innen mit NPM1-mutierter AML.

Laut Mitteilung des verantwortlichen Pharmaunternehmens (Syndax), werden gegenwärtig keine Patient*innen mehr in die Studie eingeschlossen, allerdings ist die Rekrutierung in den offiziellen Studienportalen noch nicht als beendet beschrieben, so dass möglicherweise nochmals eine Fortsetzung der Rekrutierung erfolgt. Teilnehmen können Patient*innen ab einem Alter von über einem Monat, die an einer wiederkehrenden oder therapieresistenten akuten Leukämie mit einer der oben genannten spezifischen genetischen Veränderungen leiden. Die Nachbeobachtung in Phase 2 dauert insgesamt bis zu drei Jahre.

Fakten

  1. Welche Erkrankung: Akute Leukämie (AML, ALL, Mischformen (MPAL)).
  2. Krebs-Merkmale: Rezidiviert oder refraktär, spezifische genetische Merkmale erforderlich (KMT2A-Rearrangement bei ALL/MPAL/AML, NPM1-Mutation bei AML, NUP98-Translokation bei AML); Alter > 1 Monat.
  3. Was untersucht die Studie: Sicherheit und Wirksamkeit des spezifisch wirksamen Medikaments Revumenib (Menin-Hemmer) bei refraktärer/rezidivierter akuter Leukämie mit bestimmten Genveränderungen.
  4. Ziel der Studie: Optimale Dosis bestimmen (Phase 1) und Wirksamkeit und Sicherheit bei verschiedenen Leukämieformen (AML, ALL, MPAL) mit spezifischen Mutationen untersuchen (Phase 2).
  5. Wie lange dauert die Studie: Phase 1: ca. 1 Jahr, Phase 2: ca. 3 Jahre.
  6. Studienmerkmale: Phase 1/2, keine Verblindung (offen), Phase 1 mit Dosis-Eskalation und Co-Medikation-Armen, Phase 2 mit spezifischen Kohorten je nach genetischen Merkmalen.

Studienzentren

7 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet. Finden Sie ein Zentrum in Ihrer Nähe.

  • Universitätsklinikum Essen

    45147 Essen

    Zurückgezogen
  • Universitätsmedizin Greifswald - Körperschaft des Öffentlichen Rechts

    17475 Greifswald

    Geschlossen
  • Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

    Martinistrasse 52, 20246 Hamburg

    Rekrutierend
  • Universitätsklinikum Leipzig AöR

    Liebigstrasse 22, 04103 Leipzig

    Rekrutierend
  • Klinikum Nürnberg

    Prof.-Ernst-Nathan-Strasse 1, 90419 Nuremberg

    Aktiv, nicht rekrutierend
  • Universitätsklinikum Ulm

    Albert-Einstein-Allee 23, 89081 Ulm

    Rekrutierend

Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.

Medizinische Redaktion

  • Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
  • PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin

Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT04065399) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.