Untersuchung einer zusätzlichen Antikörperbehandlung bei neu diagnostiziertem Multiplem Myelom vor autologer Stammzelltransplantation
- Geschlecht
- Frauen und Männer
- Alter
- 18–70 Jahre
- Studienart
- Interventionell
- Therapielinie
- Erstlinie
- Phase
- Phase III
Worum geht es in dieser Studie?
Das Multiple Myelom ist eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks, die bei einer neuen Diagnose üblicherweise mit einer Kombination mehrerer Wirkstoffe und einer anschließenden Hochdosistherapie mit Stammzelltransplantation behandelt wird, sofern diese infrage kommt. Ziel der AugMMent-Studie ist es, zu untersuchen, ob durch die zusätzliche Gabe von Teclistamab der Anteil der Patient*innen ohne nachweisbare Resterkrankung vor Beginn der Erhaltungstherapie erhöht werden kann. Frauen und Männer im Alter von 18 bis 70 Jahren mit einem neu diagnostizierten, bisher unbehandelten Multiplen Myelom können an dieser Studie teilnehmen. Sie müssen für eine Hochdosischemotherapie mit anschließender Transplantation der eigenen Stammzellen (autolog) infrage kommen.
Ausführliche Beschreibung
Das Multiple Myelom ist eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks, bei der sich bestimmte weiße Blutkörperchen (Plasmazellen) krankhaft verändern und unkontrolliert vermehren. Gesunde Plasmazellen bilden normalerweise Antikörper, die dem Körper bei der Abwehr von Infektionen helfen. Bei der Entstehung spielen genetische Veränderungen in diesen Zellen eine wesentliche Rolle. Kommen eine Hochdosischemotherapie und eine Transplantation der eigenen Stammzellen (autologe Stammzelltransplantation) infrage, kann ein neu festgestelltes Multiples Myelom mit dem Antikörper Daratumumab, Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason (DVRd) behandelt werden. Anschließend folgt eine hoch dosierte Chemotherapie mit Melphalan, danach die Rückgabe zuvor entnommener eigener Blutstammzellen und eine Erhaltungstherapie. Eine Erhaltungstherapie dient dazu, bisher erreichte Behandlungserfolge zu erhalten und Rückfälle zu vermeiden. Das Studienmedikament Teclistamab ist ein bispezifischer Antikörper, der sich gleichzeitig an das Merkmal BCMA auf Myelomzellen und an körpereigene Abwehrzellen (T-Zellen) anheftet und beide in engen Kontakt bringen soll, sodass die T-Zellen die Krebszellen angreifen können. Teclistamab wird üblicherweise unter die Haut gespritzt (subkutan) und ist bisher noch nicht für die Behandlung eines unbehandelten, neu diagnostizierten Multiplen Myeloms zugelassen.
Ziel der vorliegenden Phase-3-Studie ist es, zu untersuchen, ob durch die zusätzliche Gabe von Teclistamab der Anteil der Patient*innen ohne nachweisbare Resterkrankung vor Beginn der Erhaltungstherapie erhöht werden kann. Die Patient*innen werden nach dem Zufallsprinzip (randomisiert) einer von drei Behandlungsgruppen zugeteilt. Der Studienarm 1 erhält Teclistamab mit Daratumumab, Lenalidomid und Dexamethason (Tec-DRd) für sechs Zyklen gefolgt von einer Hochdosischemotherapie mit Melphalan, einer autologen Stammzelltransplantation und einer Erhaltungstherapie mit Daratumumab und Lenalidomid. Der Studienarm 2 erhält Tec-DRd für sechs Zyklen, gefolgt von einer Hochdosischemotherapie mit Melphalan, einer eigenen Stammzelltransplantation und einer Erhaltungstherapie mit Daratumumab, Lenalidomid und Teclistamab. Der Kontrollarm erhält die Kombination DVRd für vier Zyklen gefolgt von einer Hochdosischemotherapie mit Melphalan, einer eigenen Stammzelltransplantation, zwei weiteren Zyklen von DVRd und einer Erhaltungstherapie mit Daratumumab und Lenalidomid. Die Studie ist nicht verblindet (offen), das bedeutet, ärztliches Personal und Patient*in wissen, welche Medikamente eingenommen werden. Das Hauptziel (primärer Endpunkt) der Studie ist der Anteil der Patient*innen, bei denen vor Beginn der Erhaltungstherapie mit einem sehr empfindlichen Verfahren keine Myelomzellen im Knochenmark mehr nachweisbar sind (keine nachweisbare Resterkrankung, MRD-Negativität). Weitere Ziele sind, wie häufig dieser Zustand mindestens zwölf Monate anhält und wie häufig in den ersten 24 Monaten der Erhaltungstherapie schwere Infektionen oder längere Behandlungspausen auftreten.
Teilnehmen können Frauen und Männer im Alter von 18 bis 70 Jahren mit einem neu diagnostizierten, bisher unbehandelten Multiplen Myelom, das eine Behandlung erfordert und für das eine Hochdosistherapie mit eigener Stammzelltransplantation infrage kommt. Nicht teilnehmen können unter anderem Patient*innen mit einer vorherigen gegen BCMA gerichteten oder über T-Zellen vermittelten Therapie.
Fakten
- Welche Erkrankung: Multiples Myelom
- Krebsmerkmale: neu diagnostiziert, bisher unbehandelt, behandlungsbedürftig, geeignet für eine Hochdosistherapie mit eigener Stammzelltransplantation
- Was untersucht die Studie: Vergleich der Behandlung mit dem zusätzlichen Wirkstoff Teclistamab (Tec-DRd) und der standardmäßigen Medikamentenkombination DVRd
- Ziel der Studie: Prüfen, ob durch die zusätzliche Gabe von Teclistamab der Anteil der Patient*innen ohne nachweisbare Resterkrankung vor Beginn der Erhaltungstherapie erhöht werden kann
- Studiendauer: sechs Behandlungszyklen, anschließend Hochdosischemotherapie mit eigener Stammzelltransplantation und Erhaltungstherapie (mit Nachbeobachtung über 24 Monate)
- Studienmerkmale: Phase-3-Studie, drei Behandlungsgruppen, Zuteilung nach dem Zufallsprinzip (randomisiert), nicht verblindet (offen)
Studienzentren
61 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet. Finden Sie ein Zentrum in Ihrer Nähe.
Universitätsklinikum Aachen AöR
Pauwelsstrasse 30, 52074 Aachen
Status unbekanntUniversitätsklinikum Augsburg
Stenglinstrasse 2, 86156 Augsburg
Status unbekanntHELIOS Klinikum Bad Saarow
Pieskower Strasse 33, 15526 Bad Saarow
Status unbekanntCharité – Universitätsmedizin Berlin
Hindenburgdamm 30, 12203 Berlin
Status unbekanntHelios Klinikum Berlin-Buch GmbH
Schwanebecker Chaussee 50, 13125 Berlin
Status unbekanntUniversitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum
In Der Schornau 23-25, 44892 Bochum
Status unbekannt
Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.
- Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
- PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin
Diese Beschreibung wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.


