Zielgerichtete Behandlung fortgeschrittener solider Tumoren nach dem molekularen Tumorprofil (Basket of Baskets)
- Geschlecht
- Frauen und Männer
- Alter
- ab 18 Jahren
- Studienart
- Interventionell
- Therapielinie
- Rezidiv / refraktär
- Phase
- Phase II
Worum geht es in dieser Studie?
Bei fortgeschrittenen soliden Tumoren, die sich trotz der üblichen Standardtherapien weiter ausgebreitet haben, sind die Behandlungsmöglichkeiten häufig begrenzt. Ziel der Basket-of-Baskets (BoB)-Studie ist es, für Patient*innen mit bestimmten genetischen Veränderungen im Tumor eine dazu passende zielgerichtete Behandlung zu finden und deren Wirkung zu untersuchen. Patient*innen ab 18 Jahren mit einem fortgeschrittenen soliden Tumor, der metastasiert oder nicht operabel ist und nach einer Standardtherapie fortgeschritten ist, können an dieser Studie teilnehmen.
Studienablauf
Voraussetzungen
Diagnose: Solider Tumor
Alter: ab 18 Jahren
Therapielinie: Rezidiv / primär refraktär
Wichtige Einschlusskriterien: molekular ausgewählte Tumoren mit bestimmten krebsrelevanten Genveränderungen (u. a. in den Genen FGFR, EGFR oder MET); metastasiert oder nicht operabel; nach einer Standardtherapie fortgeschritten oder ohne verfügbare Standardtherapie
Zuteilung
Stratifizierung anhand von Markern
Behandlung
Nachbeobachtung
Diagnose: Solider Tumor
Alter: ab 18 Jahren
Therapielinie: Rezidiv / primär refraktär
Wichtige Einschlusskriterien: molekular ausgewählte Tumoren mit bestimmten krebsrelevanten Genveränderungen (u. a. in den Genen FGFR, EGFR oder MET); metastasiert oder nicht operabel; nach einer Standardtherapie fortgeschritten oder ohne verfügbare Standardtherapie
Stratifizierung anhand von Markern
Ausführliche Beschreibung
Solide Tumoren sind Krebserkrankungen, die im Gegensatz zu Blutkrebserkrankungen feste Gewebeknoten (Geschwülste) in Organen oder Geweben bilden. Bei manchen Tumoren tragen die Krebszellen bestimmte Veränderungen im Erbgut (sogenannte Mutationen), die das Wachstum des Tumors mit antreiben können. Die Basket-of-Baskets-Studie ist eine sogenannte Korb-Studie, bei der die Patient*innen nicht nach der Art ihres Tumors, sondern nach den genetischen Veränderungen im Tumorgewebe ausgewählt und einer passenden Behandlung zugeordnet werden. Die Studie gliedert sich in zwei Teile: Zunächst wird das Tumorgewebe im Labor auf krebsrelevante Genveränderungen untersucht (molekulares Profil), anschließend erhalten die Patient*innen eine zielgerichtete Behandlung, die zu den gefundenen Veränderungen passt. Diese Behandlung ist in mehrere Module unterteilt. In einem Modul wird der Wirkstoff Atezolizumab als Infusion über die Vene (intravenös) verabreicht. In einem weiteren Modul der Wirkstoff Futibatinib als Tablette eingenommen und in einem dritten Modul der Wirkstoff Amivantamab als Infusion über die Vene verabreicht. Atezolizumab ist ein sogenannter Immun-Checkpoint-Hemmer (ein Anti-PD-L1-Antikörper), er blockiert das Eiweiß PD-L1 und kann dem körpereigenen Immunsystem so helfen, Krebszellen zu erkennen und gegen sie vorzugehen. Futibatinib wird gezielt bei Tumoren mit Veränderungen in den FGFR-Genen eingesetzt, diese Gene enthalten den Bauplan für die FGFR-Rezeptoren, Eiweiße auf der Zelle, die Wachstumssignale weiterleiten. Amivantamab ist ein Antikörper, der gegen die Rezeptoren EGFR und MET gerichtet ist und dadurch Tumoren mit Veränderungen dieser beiden Gene angreifen kann. Je nach genetischer Veränderung werden die Patient*innen dem passenden Modul und Studienarm zugeteilt. Es handelt sich um eine einarmige Studie mit nur einer Behandlungsgruppe, die Patient*innen werden nicht nach dem Zufallsprinzip aufgeteilt (nicht randomisiert). Die Studie ist offen (nicht verblindet), das bedeutet, dass sowohl die Patient*innen als auch die Studienärzt*innen wissen, welches Medikament verabreicht wird.
Teilnehmen können Patient*innen ab 18 Jahren mit einem fortgeschrittenen soliden Tumor, der sich als Metastasen ausgebreitet hat oder nicht operabel ist und nach einer Standardtherapie fortgeschritten ist oder für den keine Standardtherapie verfügbar ist. Nicht teilnehmen können unter anderem Patientinnen mit unbehandelten oder instabilen Hirnmetastasen, bestimmten schweren Begleiterkrankungen (etwa einer Herzschwäche) oder aktiven Infektionen wie HIV oder einer Hepatitis B oder C.
Fakten
- Welche Erkrankung: fortgeschrittene solide Tumoren
- Krebsmerkmale: molekular ausgewählte Tumoren mit bestimmten krebsrelevanten Genveränderungen (u. a. in den Genen FGFR, EGFR oder MET); metastasiert oder nicht operabel; nach einer Standardtherapie fortgeschritten oder ohne verfügbare Standardtherapie
- Was untersucht die Studie: ob Patient*innen mit bestimmten genetischen Veränderungen im Tumor auf eine dazu passende zielgerichtete Behandlung (Atezolizumab, Futibatinib oder Amivantamab) ansprechen
- Ziel der Studie: eine zum molekularen Profil des Tumors passende Behandlung zu finden und deren Wirkung zu untersuchen
- Studiendauer: Beobachtungsdauer etwa 2 Jahre, komplette Studiendauer ca. 8 Jahre (2018 – 2026)
- Studienmerkmale: Phase-2-Studie, nicht randomisiert, einarmig (eine Behandlungsgruppe), offen (nicht verblindet)
Studienzentren
2 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet.
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Fetscherstrasse 74, 01307 Dresden
RekrutierendNationales Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg
69120 Heidelberg
Rekrutierend
Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.
- Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
- PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin
Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT03767075) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.


