Studie zur individuellen Chemotherapieauswahl nach Tumorprofil im Vergleich zur Standardtherapie bei operiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs
- Geschlecht
- Frauen und Männer
- Alter
- 18–79 Jahre
- Studienart
- Interventionell
- Therapielinie
- Erstlinie
- Phase
- Phase III
Worum geht es in dieser Studie?
Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs erfolgt normalerweise zuerst die operative Entfernung des Tumors, gefolgt von einer unterstützenden (adjuvanten) Chemotherapie. Aktuell wird die Chemotherapie anhand von klinischen Kriterien ausgewählt, wobei die Therapieentscheidung möglicherweise anhand einer genetischen Analyse des Tumors verbessert werden könnte. Ziel der ESPAC-6-Studie ist es, zu untersuchen, ob die Auswahl der adjuvanten Chemotherapie anhand eines genetischen Tests besser wirkt als die herkömmliche Zuordnung nach klinischen Kriterien. Frauen und Männer im Alter von 18 bis 79 Jahren mit operativ entferntem Bauchspeicheldrüsenkrebs, die für eine anschließende Chemotherapie geeignet sind, können an dieser Studie teilnehmen.
Studienablauf
Voraussetzungen
Diagnose: Bauchspeicheldrüsenkrebs
Alter: 18–79 Jahre
Therapielinie: Erstlinie / bisher keine Therapie
Wichtige Einschlusskriterien: operativ entfernt (R0 oder R1); ausreichend genesen nach der Operation
Zuteilung
Randomisierung
Behandlung
Nachbeobachtung
Diagnose: Bauchspeicheldrüsenkrebs
Alter: 18–79 Jahre
Therapielinie: Erstlinie / bisher keine Therapie
Wichtige Einschlusskriterien: operativ entfernt (R0 oder R1); ausreichend genesen nach der Operation
Randomisierung
Ausführliche Beschreibung
Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) ist eine besonders aggressive Krebsart. Häufig treten Beschwerden erst in einem späten Stadium auf, sodass die Erkrankung oft erst spät erkannt wird. Trotz einer Operation, bei der der Tumor entfernt wird, besteht das Risiko, dass der Krebs zurückkehrt (Rezidiv). Um das Rückfallrisiko zu senken, erhalten Patient*innen häufig eine (adjuvante) Chemotherapie nach der Operation.
Zur Standardbehandlung nach der Operation gehören zwei Chemotherapie-Kombinationen: mFOLFIRINOX (eine Mischung aus vier Wirkstoffen: Oxaliplatin, Irinotecan, Folinsäure und 5-Fluorouracil) oder Gemcitabin mit Capecitabin. Diese Behandlung soll verbliebene Krebszellen im Körper zerstören und so das Wiederauftreten der Krankheit verhindern. Bisher wird die Chemotherapie nach verschiedenen medizinischen Kriterien ausgewählt. Ein neuer Ansatz zur Therapieentscheidung ist die genetische Untersuchung des Tumors. Dabei wird mit einem speziellen genetischen Test („transcriptomic treatment specific stratification signature“) geprüft, welche Chemotherapie individuell am besten geeignet sein könnte.
Ziel der vorliegenden Phase-3-Studie ist es, zu untersuchen, ob eine Chemotherapie, die auf Grundlage des genetischen Tests ausgewählt wurde, wirksamer ist als die bisherige Auswahl nach medizinischen Standardkriterien. Die Patient*innen werden im Rahmen der Studie zufällig (randomisiert) in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe bekommt eine Chemotherapie, die auf den Ergebnissen dieses genetischen Tests basiert. Die andere Gruppe erhält die Chemotherapie nach den üblichen medizinischen Kriterien. In beiden Gruppen wird eine bereits zugelassene Standard-Chemotherapie eingesetzt, die entweder auf Oxaliplatin (mFOLFIRINOX) oder Gemcitabin/Capecitabin basiert. Im Rahmen der Studie wird also kein Studienmedikament oder neue Therapie getestet. Die Studie ist nicht verblindet, d. h. ärztliches Personal und Patient*in wissen, welcher Gruppe sie zugeteilt wurden. Der primäre Endpunkt der Studie ist das krankheitsfreie Überleben nach 76 Monaten.
Teilnehmen können Frauen und Männer zwischen 18 und 79 Jahren, bei denen ein Bauchspeicheldrüsenkrebs operativ entfernt wurde und die für eine anschließende Chemotherapie infrage kommen. Es muss eine Gewebeprobe des Tumors zur Verfügung stehen und es darf zuvor keine Strahlen- oder Chemotherapie durchgeführt worden sein. Die Zuteilung in eine der Gruppen muss innerhalb von 3-12 Wochen nach der Operation erfolgen.
Fakten
- Welche Erkrankung: Bauchspeicheldrüsenkrebs (duktales Adenokarzinom oder Azinuszellkarzinom)
- Krebs-Merkmale: operativ entfernt (R0 oder R1) und ausreichend genesen nach der Operation, nicht mit Chemo- oder Strahlentherapie vorbehandelt
- Was untersucht die Studie: Vergleich der Auswahl der adjuvanten Standard-Chemotherapie anhand eines genetischen Tests mit der herkömmlichen Zuordnung nach klinischen Kriterien
- Ziel der Studie: Verbesserung des krankheitsfreien Überlebens durch eine auf genetischen Merkmalen basierenden Chemotherapie
- Wie lange dauert die Studie: bis zu ca. 76 Monate
- Studienmerkmale: Phase-3-Studie, randomisiert, zwei Behandlungsgruppen, nicht verblindet, keine neuen Studienmedikamente
Studienzentren
48 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet. Finden Sie ein Zentrum in Ihrer Nähe.
Universitätsklinikum Aachen AöR
Pauwelsstrasse 30, 52074 Aachen
Status unbekanntUniversitätsklinikum Aachen, Studienzentrum Viszeralmedizin Klinik für Allgemeine-, Viszeral und Transplatationschirurgie
52074 Aachen
In VorbereitungUniversitätsklinikum Augsburg
Stenglinstrasse 2, 86156 Augsburg
In VorbereitungCharité – Universitätsmedizin Berlin
Chariteplatz 1, 10117 Berlin
Status unbekanntKatholisches Klinikum Bochum gGmbH
Gudrunstrasse 56, 44791 Bochum
Status unbekanntSt. Josef-Hospital, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, Abteilung für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin, Studienambulanz
44791 Bochum
In Vorbereitung
Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.
- Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
- PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin
Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT05314998) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.


