Ernährungsempfehlungen mit Unterstützung künstlicher Intelligenz bei Geschmacksstörungen während einer Krebstherapie
- Geschlecht
- Frauen und Männer
- Alter
- ab 18 Jahren
- Studienart
- Interventionell
- Therapielinie
- alle
- Phase
- —
Worum geht es in dieser Studie?
Viele Krebstherapien können den Geschmackssinn verändern, was die Aufnahme von Essen erschweren und zu einer Mangelernährung oder zum Abbruch der Behandlung führen kann. Ziel der Gustabor-Studie ist es, die Auswirkung individuell zugeschnittener Ernährungsempfehlungen, die mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt werden, im Vergleich zu den derzeit üblichen allgemeinen Empfehlungen auf den Ernährungszustand zu untersuchen. Patient*innen ab 18 Jahren mit einem multiplen Myelom, einem Melanom, einer Krebserkrankung des Urogenitaltrakts oder einem bösartigen Tumor des Magen-Darm-Trakts, die eine durch die Tumortherapie bedingte Geschmacksstörung bemerken, können an dieser Studie teilnehmen.
Ausführliche Beschreibung
Geschmacksstörungen können während oder nach einer Krebsbehandlung häufig auftreten und dazu führen, dass Patient*innen weniger essen und die Auswahl an Lebensmitteln einseitiger wird. In der Folge kann eine Mangelernährung entstehen oder die Tumortherapie abgebrochen werden. Krebstherapien wie eine Chemotherapie oder eine Bestrahlung können den Geschmackssinn beeinträchtigen, weil sich die Geschmackszellen der Zunge ständig erneuern und die Behandlung solche sich rasch teilenden Zellen schädigen kann. Auch Veränderungen des Speichels und der Mundschleimhaut können zu therapiebedingten Geschmacksstörungen beitragen, sodass Speisen und Getränke anders wahrgenommen werden als gewohnt. Ein metallischer Geschmack gehört zu den Geschmacksveränderungen, die Patient*innen unter einer Chemotherapie häufig berichten. Behandelt werden Geschmacksstörungen bisher vor allem ohne Medikamente durch allgemeine Ernährungs- und Verhaltensempfehlungen.
Ziel der vorliegenden Studie ist es, zu vergleichen, wie sich individuell zugeschnittene Ernährungsempfehlungen gegenüber den derzeit üblichen allgemeinen Empfehlungen auf den Ernährungszustand auswirken. Die Empfehlungen werden an die individuell veränderte Geschmackswahrnehmung angepasst, zum Beispiel durch vermehrt kalte Speisen bei metallischem Geschmack. Dazu werden die Patient*innen nach dem Zufallsprinzip in zwei Behandlungsgruppen aufgeteilt (randomisiert). Bei allen Patient*innen wird die Geschmacksveränderung zunächst mit Geschmacksstreifen, einem in der Medizin gebräuchlichen Testverfahren zur Prüfung des Geschmackssinns, und mit Fragebögen erfasst. Im Studienarm stellt auf dieser Grundlage eine Internetplattform, die mit künstlicher Intelligenz arbeitet, allgemeine und gezielte Ernährungsempfehlungen, Alltagstipps sowie Rezeptvorschläge zusammen, die auf die jeweilige Geschmacksveränderung und die persönlichen Vorlieben abgestimmt sind. Der Kontrollarm erhält die derzeit üblichen, wissenschaftlich veröffentlichten Empfehlungen bei Geschmacksstörungen in Form eines gedruckten Flyers. Die Studie ist nicht verblindet (offen), das heißt, sowohl die Patient*innen als auch die Studienärzt*innen wissen, welche Empfehlungen gegeben werden. Das Hauptziel (primärer Endpunkt) der Studie ist der Ernährungszustand innerhalb von 12 Wochen nach der Aufnahme in die Studie.
Teilnehmen können Frauen und Männer ab 18 Jahren mit einem multiplen Myelom, einem Melanom, einer Krebserkrankung des Urogenitaltrakts oder einem bösartigen Tumor des Magen-Darm-Trakts, die selbst eine durch die Tumortherapie bedingte Geschmacksstörung bemerken und sich überwiegend über normale Nahrung ernähren.
Fakten
- Welche Erkrankung: multiples Myelom, Melanom (schwarzer Hautkrebs), Krebserkrankungen des Urogenitaltrakts und bösartige Tumoren des Magen-Darm-Trakts
- Krebsmerkmale: laufende Tumortherapie mit einer selbst bemerkten, dadurch bedingten Geschmacksstörung (Dysgeusie), überwiegend orale Ernährung (über den Mund)
- Was untersucht die Studie: individuell zugeschnittene Ernährungsempfehlungen, Alltagstipps und Rezeptvorschläge, die eine Internetplattform mit künstlicher Intelligenz erstellt, im Vergleich zu den derzeit üblichen allgemeinen Empfehlungen in Form eines gedruckten Flyers
- Ziel der Studie: Vergleichen, wie sich die beiden Formen der Ernährungsempfehlung auf den Ernährungszustand innerhalb von 12 Wochen nach der Aufnahme in die Studie auswirken
- Studiendauer: rund 12 Wochen je Patient*in ab der Aufnahme in die Studie, mit mindestens zwei Studienterminen im Abstand von mindestens drei Wochen
- Studienmerkmale: Supportivstudie (Studie zur unterstützenden Behandlung), zwei Behandlungsgruppen, nach dem Zufallsprinzip aufgeteilt (randomisiert), offen (nicht verblindet)
Studienzentren
6 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet.
Universitätsklinikum Augsburg
86156 Augsburg
In VorbereitungUniversitätsklinikum Erlangen
91054 Erlangen
RekrutierendKlinikum rechts der Isar der Technischen Universität München
81675 München
In VorbereitungLMU Klinikum Krebszentrum - CCC MünchenLMU - Comprehensive Cancer Center
81377 München
RekrutierendUniversitätsklinikum Regensburg
93053 Regensburg
In VorbereitungUniversitätsklinikum Würzburg
97080 Würzburg
In Vorbereitung
Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.
- Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
- PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin
Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT07649681) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.


