I-HIT-MEDRekrutierend

Internationale Registerstudie: Datensammlung zur Verbesserung der medizinischen Versorgung von seltenen Hirntumorerkrankungen

Geschlecht
Frauen und Männer
Alter
Alle Altersgruppen
Studienart
Beobachtend
Therapielinie
alle
Phase

Worum geht es in dieser Studie?

Zu den bösartigen Hirntumoren zählen u. a. das Medulloblastom, Ependymom, Pineoblastom und primitive neuroektodermale Tumoren des Zentralnervensystems (ZNS-PNET). Sie treten überwiegend im Kindes- und Jugendalter auf und entwickeln sich aus unterschiedlichen Zellen des zentralen Nervensystems. Aufgrund ihrer Seltenheit werden Betroffene oft außerhalb klinischer Studien und somit nicht mit standardisierten Behandlungsprotokollen behandelt. Ziel der I-HIT-MED-Studie ist es, Daten über den Verlauf, die Behandlung und genetische Merkmale dieser Erkrankungen zu sammeln, um die medizinische Versorgung der Patient*innen langfristig zu verbessern. Teilnehmen können Kinder, Jugendliche und Erwachsene, bei denen eine der genannten seltenen Hirntumorerkrankungen erstmals nach dem 1. Januar 2012 diagnostiziert wurde.

Studienablauf

Voraussetzungen

Diagnose: Medulloblastom, Ependymom, primitive neuroektodermale Tumore des Zentralnervensystems (ZNS-PNET), Pineoblastom, pinealer Parenchymtumor mittlerer Differenzierung, papillärer Tumor der Pinealregion

Alter: ab 18 Jahren

Therapielinie: Unabhängig von Therapielinie

Wichtige Einschlusskriterien: Diagnose nach dem 01.01.2012

Zuteilung

Einarmige Studie

Behandlung

RegisterstudieDatenerhebung zur Epidemiologie, Behandlung und Krankheitsverlauf

Nachbeobachtung

120 Monate

Ausführliche Beschreibung

Medulloblastome, Ependymome, Pineoblastome und andere sogenannte primitive neuroektodermale Tumoren des Zentralnervensystems (ZNS-PNET) sind seltene, bösartige Hirntumoren, die sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen auftreten können. Sie entstehen aus unterschiedlichen entarteten Zellen im Gehirn oder Rückenmark, also im Zentralnervensystem (ZNS). Obwohl sie selten sind, gehören ZNS-Tumoren zu den häufigsten soliden Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Medulloblastome und Ependymome sind dabei besonders häufig. Die Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt, genetische Veränderungen spielen jedoch eine wichtige Rolle.

Die Standardbehandlung umfasst meist eine Kombination aus Operation, gefolgt von Bestrahlung und Chemotherapie. Da viele Patient*innen aufgrund ihres Alters, Tumorstadiums oder anderer Faktoren nicht an klinischen Studien teilnehmen können, werden sie außerhalb solcher Studien nach etablierten Therapieempfehlungen behandelt. Die fehlende Einbindung in strukturierte Studienprotokolle erschwert jedoch die systematische Erfassung und wissenschaftliche Auswertung von Behandlungen und Krankheitsverläufen. Diese Daten sind wichtig, um umfassende und evidenzbasierte Leitlinien zu verfassen und die Therapie weiter zu verbessern.

Das Ziel der I-HIT-MED-Studie ist es, durch das Sammeln klinischer Daten besser zu verstehen, wie häufig diese seltenen Tumoren auftreten (Epidemiologie), wie sie behandelt werden und welche Behandlungsergebnisse erzielt werden. Außerdem soll das Register dazu beitragen, Standards für die Diagnostik und Therapie zu entwickeln und diese zu verbessern. Dadurch sollen einheitliche Qualitätsmaßstäbe für die Versorgung geschaffen werden, sowohl in Ländern, in denen solche Systeme bereits bestehen, als auch dort, wo sie noch fehlen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Sammlung und Analyse biologischer Proben wie Tumorgewebe, Nervenflüssigkeit (Liquor) und Blut. Für die Patient*innen entsteht kein zusätzlicher zeitlicher Aufwand, da die Datenerhebung überwiegend passiv erfolgt, also im Hintergrund durch Erfassung standardmäßiger medizinischer Daten und biologische Proben, die durch die behandelnden Praxen oder Kliniken zur Verfügung gestellt werden.

Teilnehmen können Kinder, Jugendliche und Erwachsene, bei denen nach dem 1. Januar 2012 eine der folgenden Hirntumorerkrankungen diagnostiziert wurde: Medulloblastom, Ependymom, Pineoblastom, papillärer Tumor der Pinealisregion, Tumor des pinealen Parenchyms mit intermediärer Differenzierung oder andere sogenannte primitive neuroektodermale Tumoren des Zentralnervensystems (ZNS-PNET), wie ZNS-Neuroblastom, Ganglioneuroblastom, Medulloepitheliom oder Ependymoblastom. Bei bestimmten Tumoren muss die Diagnose vor dem 18. Geburtstag erfolgt sein. Ein Krankheitsrückfall (Rezidiv) kann unter bestimmten Voraussetzungen als neue Diagnose gewertet werden, sodass eine Teilnahme unter bestimmten Umständen dennoch möglich sein kann. Die Teilnahme ist unabhängig von Tumorlage im ZNS und Erkrankungsstadium möglich. Voraussetzung ist, dass die Patient*in nicht in eine andere prospektive klinische Studie für dieselbe Diagnose eingeschlossen wurde.

Fakten

  1. Welche Erkrankung: Medulloblastom, Ependymom, Pineoblastom, Tumoren der Pinealisregion (z. B. papillärer Tumor, pinealer Parenchymtumor intermediären Typs), ZNS-PNET
  2. Krebs-Merkmale: vortherapiert oder unbehandelt, Diagnose nach dem 01.01.2012, keine Teilnahme an anderer Studie zur selben Diagnose
  3. Was untersucht die Studie: Epidemiologie, Behandlung und Krankheitsverlauf bei seltenen Hirntumoren
  4. Ziel der Studie: Verbesserung der Versorgung seltener ZNS-Tumoren durch strukturierte Datensammlung und Biomaterialbank
  5. Wie lange dauert die Studie: bis voraussichtlich Ende 2029, mit langfristiger Nachbeobachtung (ca. 10 Jahre)
  6. Studienmerkmale: Beobachtungsstudie, keine Therapieänderung, internationale Datenerhebung

Studienzentren

59 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet. Finden Sie ein Zentrum in Ihrer Nähe.

  • Universitätsklinikum Aachen AöR

    52074 Aachen

    Rekrutierend
  • Universitätsklinikum Augsburg

    Stenglinstraße 2, 86156 Augsburg

    Rekrutierend
  • Charité – Universitätsmedizin Berlin

    Berlin

    Rekrutierend
  • Helios Klinikum Berlin-Buch GmbH

    Schwanebecker Chaussee 50, 13125 Berlin

    Rekrutierend
  • Evangelisches Klinikum Bethel gGmbH

    Burgsteig 13, 33617 Bielefeld

    Rekrutierend
  • Universitätsklinikum Bonn

    Venusberg-Campus 1, 53127 Bonn

    Rekrutierend

Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.

Medizinische Redaktion

  • Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
  • PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin

Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT02417324) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.