LYMFOR

Vergleich zweier PET-Verfahren zur genauen Diagnose bei Marginalzonen-Lymphom: Bietet eine neue bildgebende Substanz Vorteile

Geschlecht
Frauen und Männer
Alter
18–99 Jahre
Studienart
Interventionell
Therapielinie
Erstlinie
Phase
Phase III

Worum geht es in dieser Studie?

Gerade bei Lymphomen, wie dem Marginalzonenlymphom (MZL), die sich im ganzen Körper ausbreiten können, ist zur Diagnosestellung und zur Bestimmung des Ausmaßes der Erkrankung ein PET-CT ein wichtiges Bildgebungsverfahren. Das PET verwendet hierzu radioaktiv markierte Substanzen. [68Ga]Ga-PentixaFor ist eine neue Substanz, die bereits in verschiedenen Studien untersucht wurde. Ziel der LYMFOR-Studie ist es, die Zuverlässigkeit und Genauigkeit von [⁶⁸Ga]Ga-PentixaFor im Vergleich zur Standardmethode mit dem radioaktiven “Farbstoff” [¹⁸F]FDG in der PET/CT-Bildgebung zu untersuchen. Teilnehmen können Patient*innen ab 18 Jahren mit einem MZL, die noch keine Behandlung erhalten haben.

Studienablauf

Voraussetzungen

Diagnose: Marginalzonenlymphom

Alter: 18–99 Jahre

Therapielinie: Erstlinie / bisher keine Therapie

Wichtige Einschlusskriterien: unbehandelt

Zuteilung

Randomisierung

Behandlung

[68Ga]Ga-PTF PET/CT150 (+/-50) MBq [68Ga]Ga-PTF werden intravenös verabreicht und es wird ein PET/CT durchgeführt
[18F]FDG PET/CT[18F]FDG wird einmalig intravenös verabreicht und es wird ein PET/CT durchgeführt

Nachbeobachtung

6 Monate

Ausführliche Beschreibung

Das Marginalzonenlymphom (MZL) gehört zu den sogenannten indolenten (langsam verlaufenden) Non-Hodgkin-Lymphomen. Diese Erkrankung betrifft die B-Zellen – bestimmte weiße Blutzellen. Das MZL entwickelt sich oft schleichend und wird meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium durch vergrößerte Lymphknoten oder allgemeine Beschwerden entdeckt. Für die Behandlungsentscheidung ist eine präzise Ausbreitungsdiagnostik mit Stadieneinteilung (Staging) entscheidend. Standardmäßig wird dazu eine Positronen-Emissions-Tomographie mit Computertomographie (PET/CT) mit der radioaktiv markierten Substanz [¹⁸F]FDG durchgeführt. Dabei bekommt die Patient*in einen schwach radioaktiven Zuckerstoff (FDG) über die Vene verabreicht. Dieser Zucker reichert sich besonders in Zellen mit hohem Energieverbrauch an – also typischerweise in Krebszellen. Mit einer speziellen Bildgebung (PET/CT) kann dann sichtbar gemacht werden, wo im Körper besonders viel FDG aufgenommen wird. Das Verfahren hilft so dabei, Tumorherde zu erkennen und die Ausbreitung der Erkrankung einzuschätzen. Diese Methode hat jedoch bei MZL ihre Grenzen, da nicht alle Tumorzellen ausreichend FDG aufnehmen. [⁶⁸Ga]Ga-PentixaFor ist ein neuer radioaktiv markierter Kontraststoff, der gezielt das Oberflächenprotein CXCR4 auf Zellen erkennt. Dieser Oberflächenmarker kommt besonders häufig auf weißen Blutzellen, also auch auf Zellen des MZL, vor. Dadurch könnten Tumorherde durch [⁶⁸Ga]Ga-PentixaFor zuverlässiger dargestellt werden als mit der bisherigen Methode.

Das Ziel der LYMFOR-Studie ist es, zu prüfen, wie gut die neue Methode der Bildgebung – [68Ga]Ga-PentixaFor-PET/CT – im Vergleich zur bisherigen Standardmethode ([18F]FDG-PET/CT) geeignet ist, ein MZL im Körper sichtbar zu machen. Dafür nehmen unbehandelte Patient*innen mit MZL an der Studie teil.

Der Ablauf der Studie ist so gestaltet, dass jede Patient*in beide Untersuchungsmethoden erhält, allerdings in zufälliger Reihenfolge. Man spricht dabei von einem sogenannten „Cross-over-Design“. Das bedeutet: Einige Patient*innen bekommen zuerst die neue Untersuchung, andere zuerst die Standarduntersuchung – nach einer kurzen Pause wird dann jeweils die andere Methode durchgeführt. Welche Methode zuerst erfolgt, wird zufällig entschieden – das nennt man Randomisierung.

Ziel dieses Aufbaus ist es, einen möglichst objektiven Vergleich zu ermöglichen: Da jede Person beide Verfahren erhält, kann direkt festgestellt werden, welche Methode mehr oder genauere Informationen über das Lymphom liefert. So lässt sich herausfinden, ob die neue PET/CT mit [68Ga]Ga-PentixaFor das Lymphom besser erkennt als die bisherige Standardmethode. Nach den beiden Untersuchungen werden die Ergebnisse miteinander verglichen. Es wird dabei nicht nur bewertet, wie viele betroffene Stellen im Körper gefunden wurden, sondern auch, wie gut die Aufnahmen zu interpretieren sind und ob es Unterschiede in der Sicherheit oder Verträglichkeit der beiden Methoden gibt. Insgesamt dient diese Studie also dazu, eine neue, möglicherweise bessere Möglichkeit zur Diagnose und Beurteilung des MZL zu testen – bevor eine Behandlung überhaupt beginnt.

Teilnehmen können Frauen und Männer ab 18 Jahren mit einem diagnostizierten Marginalzonenlymphom, bei denen bisher keine Behandlung erfolgt ist. Ausgeschlossen sind Patient*innen mit akuten Infektionen, schweren Begleiterkrankungen oder bestehender Schwangerschaft. Auch eine kürzliche Behandlung mit Krebsmedikamenten oder andere PET/CT-Untersuchungen vor Studienbeginn sind Ausschlusskriterien.

Fakten 1. Welche Erkrankung: Marginalzonenlymphom (MZL). 2. Krebs-Merkmale: Neu diagnostiziert, unbehandelt. 3. Was untersucht die Studie: Vergleich zweier bildgebender Verfahren: [¹⁸F]FDG-PET/CT vs. [⁶⁸Ga]Ga-PentixaFor-PET/CT. 4. Ziel der Studie: Bessere Erkennung von Tumorherden im Körper. 5. Wie lange dauert die Studie: Ca. 6 Monate, beide PET/CTs zeitnah nacheinander. 6. Studienmerkmale: Internationale, multizentrische Phase-3-Studie, Sequenzielle Zuteilung, Cross-over-Design: beide Behandlungen erfolgen, offen (Behandlung ist Patient*innen und Ärzt*innen bekannt).

Studienzentren

6 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet.

  • Universitätsklinikum Augsburg

    Stenglinstrasse 2, 86156 Augsburg

    Status unbekannt
  • Charité – Universitätsmedizin Berlin

    Hindenburgdamm 30, 12203 Berlin

    Status unbekannt
  • Vivantes - Netzwerk fuer Gesundheit GmbH

    Landsberger Allee 49, 10249 Berlin

    Status unbekannt
  • Universitätsklinikum Essen

    Hufelandstrasse 55, 45147 Essen

    Status unbekannt
  • Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München

    Ismaninger Strasse 22, 81675 München

    Status unbekannt
  • Universitätsklinikum Würzburg

    Oberduerrbacher Strasse 6, 97080 Würzburg

    Status unbekannt

Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.

Medizinische Redaktion

  • Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
  • PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin

Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT06125028) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.