MARSUNRekrutierend

Vergleich der Kombinationstherapie aus Mosunetuzumab und Lenalidomid mit Standardtherapien bei zurückgekehrtem oder therapieresistentem Marginalzonen-Lymphom

Geschlecht
Frauen und Männer
Alter
ab 18 Jahren
Studienart
Interventionell
Therapielinie
Rezidiv / refraktär
Phase
Phase III

Worum geht es in dieser Studie?

Patient*innen mit einem Marginalzonen-Lymphom (MZL) benötigen neue, wirksame Therapieansätze, wenn die Erkrankung trotz Standardbehandlung fortschreitet (refraktär) oder erneut auftritt (Rezidiv). Eine Behandlung mit dem Antikörper Mosunetuzumab und dem immunmodulierenden Wirkstoff Lenalidomid könnte hier eine neue Therapieoption darstellen. Ziel der MARSUN-Studie ist es, die Wirksamkeit und Sicherheit der Kombinationstherapie aus Mosunetuzumab und Lenalidomid im Vergleich zu den Standardtherapien zu untersuchen. Frauen und Männer ab 18 Jahren mit einem rezidivierten oder refraktären MZL können an dieser Studie teilnehmen.

Studienablauf

Voraussetzungen

Diagnose: Marginalzonen-Lymphom

Alter: ab 18 Jahren

Therapielinie: Rezidiv / primär refraktär

Wichtige Einschlusskriterien: vorbehandelt mit mindestens einer Therapie (inklusive Anti-CD20-Antikörper oder Ibrutinib)

Zuteilung

Randomisierung + Stratifizierung anhand von Markern

Behandlung

Mosunetuzumab + Lenalidomid Mosunetuzumab subkutan und Lenalidomid als Tablette, Zyklus 1 über 21 Tage danach über 28 Tage
Standardtherapie nach Wahl der behandelnden Ärzt*innenRituximab + Lenalidomid oder Rituximab + Bendamustin über 28-tägige Zyklen, Rituximab + CHOP über 21-tägige Zyklen

Nachbeobachtung

78 Monate

Ausführliche Beschreibung

Das Marginalzonen-Lymphom (MZL) gehört zu den sogenannten indolenten (langsam wachsenden) Non-Hodgkin-Lymphomen, die von bestimmten weißen Blutkörperchen, den B-Zellen, ausgehen. Es gibt verschiedene Unterformen, je nachdem, wo das Lymphom entsteht (z. B. in Lymphknoten, in der Milz oder in anderen Organen wie dem Magen). Obwohl es oft langsam fortschreitet, kann die Erkrankung nach der Behandlung zurückkommen (Rezidiv) oder nicht mehr auf die Therapie ansprechen (refraktär). Die Standardbehandlung eines rezidivierten oder refraktären MZL besteht häufig aus einer Kombination verschiedener Wirkstoffe. Zu den etablierten Therapien gehört Rituximab kombiniert mit Lenalidomid, Bendamustin oder einer Chemotherapie-Kombination genannt CHOP. Rituximab ist ein Antikörper, der gezielt an das Oberflächenprotein CD20 auf B-Zellen bindet. Lenalidomid ist ein Immunmodulator, der das körpereigene Immunsystem aktiviert. Bendamustin und das CHOP-Protokoll bestehen aus Chemotherapeutika. Trotz dieser Optionen gibt es Situationen, in denen die Erkrankung nicht ausreichend kontrolliert werden kann. Das Studienmedikament Mosunetuzumab ist ein bispezifischer Antikörper, der unter die Haut gespritzt wird (subkutan). Er bindet gleichzeitig an die Krebszellen und an die T-Zellen des Immunsystems. Dadurch werden die körpereigenen Abwehrzellen gezielt an die Tumorzellen herangeführt und aktiviert. In der Kombination mit Lenalidomid ist es noch nicht für die Behandlung des MZL zugelassen.

Ziel der vorliegenden Phase-3-Studie ist es, die Wirksamkeit und Sicherheit der Kombinationstherapie Mosunetuzumab plus Lenalidomid im Vergleich zu den Standardtherapien zu untersuchen. Die Patient*innen werden im Rahmen der Studie zufällig (randomisiert) in zwei Gruppen eingeteilt. Der Studienarm erhält die Kombinationstherapie Mosunetuzumab plus Lenalidomid. Der Kontrollarm erhält eine Standardtherapie, die von den behandelnden Ärzt*innen ausgewählt wird (Rituximab + Lenalidomid, Rituximab + Bendamustin oder Rituximab + CHOP). Die Studie ist nicht verblindet (offen), d. h. ärztliches Personal und Patient*innen wissen, welche Behandlung erfolgt. Die Patient*innen werden für die Auswertung anhand ihrer diagnostizierten Unterform des MZL und der Dauer bis zum Fortschreiten bzw. Rezidiv im Rahmen der Erstbehandlung in verschiedene Gruppen unterteilt. Der primäre Endpunkt der Studie ist das progressionsfreie Überleben (PFS) nach bis zu 6,5 Jahren, also die Zeitspanne vom Studienbeginn bis zum ersten Auftreten eines Progresses (Fortschreiten der Erkrankung), eines Rezidivs (Wiederauftreten der Erkrankung) oder des Todes durch jede beliebige Ursache.

Frauen und Männer ab 18 Jahren mit einem rezidivierten oder refraktären MZL können an dieser Studie teilnehmen. Sie müssen bereits mindestens eine Therapie (inklusive eines Anti-CD20-Antikörpers oder Ibrutinib) erhalten haben und dürfen im Rahmen der Lymphombehandlung nicht für eine Strahlentherapie oder Operation geeignet sein.

Fakten

  1. Welche Erkrankung: Marginalzonen-Lymphom (MZL)
  2. Krebs-Merkmale: erneute Krankheitszunahme (Rezidiv) oder nicht kontrollierbar (refraktär)
  3. Was untersucht die Studie: Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit von Mosunetuzumab plus Lenalidomid im Vergleich zu den Standardtherapien
  4. Ziel der Studie: Verlängerung der Zeit ohne Krankheitsfortschritt (progressionsfreies Überleben)
  5. Wie lange dauert die Studie: bis zu ca. 6,5 Jahre
  6. Studienmerkmale: Phase-3-Studie, randomisiert, nicht verblindet (offen)

Studienzentren

11 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet. Finden Sie ein Zentrum in Ihrer Nähe.

  • Klinikum St. Marien Amberg

    Mariahilfbergweg 7, 92224 Amberg

    Rekrutierend
  • Helios Klinikum Berlin-Buch GmbH

    Schwanebecker Chaussee 50, 13125 Berlin

    In Vorbereitung
  • UKSH - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

    Arnold-Heller-Strasse 3, 24105 Kiel

    Rekrutierend
  • UNIVERSITAETSKLINIKUM SCHLESWIG-HOLSTEIN - Med. Klinik II - Hämatologie und Onkologie

    Kiel

    In Vorbereitung
  • Universitätsklinikum Regensburg

    Franz-Josef-Strauss-Allee 11, 93053 Regensburg

    Rekrutierend
  • Robert-Bosch-Krankenhaus

    Auerbachstrasse 110, 70376 Stuttgart

    In Vorbereitung

Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.

Medizinische Redaktion

  • Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
  • PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin

Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT06006117) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.