Studie zur Sicherheit und Dosisfindung einer neuen CAR-T-Zelltherapie bei Kindern und Erwachsenen mit wiedergekehrten oder therapieresistenten B-Zell-Erkrankungen
- Geschlecht
- Frauen und Männer
- Alter
- 12–75 Jahre
- Studienart
- Interventionell
- Therapielinie
- Rezidiv / refraktär
- Phase
- Phase I
Worum geht es in dieser Studie?
B-Zell-Malignome sind Krebserkrankungen, die von bestimmten weißen Blutkörperchen (B-Lymphozyten) ausgehen. Zu den B-Zell-Malignomen zählen verschiedene Formen von Lymphomen und Leukämien. Wenn die Erkrankung nach einer Behandlung erneut zurückkehrt (Rezidiv) oder nicht ausreichend auf die Therapie anspricht (refraktär), sind die Behandlungsmöglichkeiten begrenzt. Ziel der MB-CART2219.1-Studie ist es, die Sicherheit einer neuen CAR-T-Zelltherapie bei rezidivierten oder therapierefraktären B-Zell-Malignomen zu untersuchen und die optimale Dosis zu finden. Teilnehmen können Kinder ab 12 Jahren mit akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL) und Erwachsene bis 75 Jahre mit Lymphomen, wenn sie ein wiedergekehrtes oder schwer behandelbares B-Zell-Malignom haben. Die Krebszellen müssen die Oberflächenmerkmale CD19 oder CD22 aufweisen.
Studienablauf
Voraussetzungen
Diagnose: B-Zell-Malignome (Lymphome, CLL, ALL)
Alter: 12–75 Jahre
Therapielinie: Rezidiv / primär refraktär
Wichtige Einschlusskriterien: CD19- oder CD22-positiv; mindestens 2 systemische Vortherapien (CAR-T-Zelltherapie oder bispezifische Antikörper)
Zuteilung
Einarmige Studie
Behandlung
Nachbeobachtung
Diagnose: B-Zell-Malignome (Lymphome, CLL, ALL)
Alter: 12–75 Jahre
Therapielinie: Rezidiv / primär refraktär
Wichtige Einschlusskriterien: CD19- oder CD22-positiv; mindestens 2 systemische Vortherapien (CAR-T-Zelltherapie oder bispezifische Antikörper)
Einarmige Studie
Ausführliche Beschreibung
B-Zell-Malignome umfassen verschiedene bösartige Erkrankungen des lymphatischen Systems. Bei diesen Erkrankungen vermehren sich bestimmte weiße Blutkörperchen unkontrolliert. Diese Blutkörperchen heißen B-Lymphozyten. Zu dieser Erkrankungsgruppe gehören Lymphome. Dazu zählen das diffus großzellige B-Zell-Lymphom, das follikuläre Lymphom, das Mantelzell-Lymphom, das Marginalzonen-Lymphom oder das Burkitt-Lymphom. Auch die chronisch lymphatische Leukämie (CLL) wird, trotz ihres Namens, zu den B-Zell-Lymphomen gezählt. Ebenfalls können Leukämien aus den Vorläufern der B-Lymphozyten entstehen, wie die akute lymphoblastische Leukämie (ALL). Die Standardbehandlung ist meist eine Chemotherapie in Kombination mit zielgerichteten Antikörpertherapien. Trotz intensiver Behandlungen kommt es bei einem Teil der Patient*innen zu einem Rückfall oder die Erkrankung spricht nicht ausreichend auf die Therapie an. In solchen Fällen werden zunehmend CAR-T-Zelltherapien eingesetzt. CAR-T-Zelltherapien sind eine Form der Immuntherapie, bei der körpereigene Immunzellen (T-Zellen) aus dem Blut entnommen und im Labor gentechnisch verändert werden. Anschließend werden die Zellen dem Körper als Infusion über die Vene zurückgegeben. Diese veränderten Zellen erkennen spezifische Oberflächenmerkmale auf den Krebszellen, wie beispielsweise CD19, und können diese nun gezielt zerstören. Allerdings können Krebszellen das Zielmerkmal CD19 im Verlauf verlieren. In diesem Fall wird die Therapie weniger wirksam, da die CAR-T-Zellen die Tumorzellen nicht mehr zuverlässig erkennen können. Das Studienmedikament MB-CART2219.1 ist eine weiterentwickelte CAR-T-Zelltherapie, die gleichzeitig gegen zwei Oberflächenmerkmale gerichtet ist: CD19 und CD22. Dadurch soll verhindert werden, dass Krebszellen durch den Verlust eines einzelnen Zielmerkmals der Behandlung entgehen. Diese doppelt gerichtete CAR-T-Zelltherapie ist derzeit noch nicht zugelassen.
Das Hauptziel der Phase-1-Studie ist es, die Sicherheit und Durchführbarkeit von MB-CART2219.1 zu überprüfen und die richtige Dosierung zu finden. Die Studie ist einarmig, das bedeutet, dass alle Patient*innen MB-CART2219.1 erhalten, aber verschiedene Dosisstufen getestet werden. Es wird mit einer niedrigen Dosis begonnen und diese schrittweise erhöht. Die Studie folgt dabei dem 3+3-Design. Das 3+3 Design ist ein klassisches Verfahren der Phase-1-Studien zur Bestimmung der maximal verträglichen Dosis (MTD) in der Krebsforschung. Zunächst erhalten drei Patient*innen eine Dosis. Wird diese die Dosis gut vertragen, werden drei weitere Patient*innen mit der nächsthöheren Dosis behandelt. So wird die Dosis Schritt für Schritt gesteigert. Ziel ist es, eine Dosis zu finden, die wirksam ist und möglichst wenige Nebenwirkungen verursacht. Die Studie ist offen, das heißt, ärztliches Personal und Patient*innen wissen, welche Behandlung erfolgt. In der Studie gibt es zwei Gruppen. Gruppe 1 umfasst Erwachsene ab 18 Jahren mit Lymphomen. Gruppe 2 umfasst Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren mit ALL. Das Hauptziel der Studie ist es die Sicherheit dieser neuen CAR-T-Zelltherapie zu testen. Die Patient*innen werden insgesamt für 6 Monate nachbeobachtet. Danach ist eine Langzeitnachbeobachtung von bis zu 15 Jahren geplant.
Teilnehmen können Kinder ab 12 Jahren mit ALL und Erwachsene bis 75 Jahre mit Lymphomen. Sie müssen ein wiedergekehrtes oder schwer behandelbares B-Zell-Malignom haben. Voraussetzung ist, dass die Krebszellen CD19 oder CD22 aufweisen. Außerdem müssen die Patient*innen mindestens zwei systemische Vortherapien erhalten haben, darunter mit einer zugelassenen CAR-T-Zelltherapie oder einem sogenannten bispezifischen Antikörper. Bei CLL muss eine Vortherapie mit einer bestimmten zielgerichteten Therapie (BTK-Hemmern) erfolgt sein. Auch Patient*innen, die nach einer Stammzelltransplantation einen Rückfall erlitten haben, können teilnehmen. Schwangere und Stillende können nicht an der Studie teilnehmen.
Fakten
- Welche Erkrankung: B-Zell-Malignome (Lymphome wie diffus großzelliges B-Zell-Lymphom, follikuläres Lymphom, Mantelzell-Lymphom, Marginalzonen-Lymphom, Burkitt-Lymphom und weitere, chronisch lymphatische Leukämie (CLL); akute lymphoblastische Leukämie (ALL) bei Kindern und Jugendlichen)
- Krebs-Merkmale: wiedergekehrt (rezidiviert) oder therapieresistent (refraktär), CD19- oder CD22-positiv, mindestens 2 systemische Vortherapien (einschließlich CAR-T-Zelltherapie oder bispezifischer Antikörper oder diese nicht durchführbar)
- Was untersucht die Studie: Sicherheit, Verträglichkeit und Dosisfindung der CAR-T-Zelltherapie MB-CART2219.1, die gleichzeitig gegen CD19 und CD22 gerichtet ist
- Ziel der Studie: Bestimmung der empfohlenen Dosis basierend auf der maximal verträglichen Dosis
- Wie lange dauert die Studie: 6 Monate intensive Nachbeobachtung, bis zu 15 Jahre Langzeitbeobachtung, geschätztes Studienende Juni 2027
- Studienmerkmale: Phase-1-Studie, einarmig (alle erhalten MB-CART2219.1), offen (nicht verblindet), Dosisfindung nach 3+3-Design, zwei Kohorten (Kohorte 1: Lymphome bei Erwachsenen, Kohorte 2: ALL bei Kindern/Jugendlichen)
Studienzentren
1 Studienzentrum in Deutschland ist verzeichnet.
Universitätsklinikum Tübingen
72076 Tübingen
Rekrutierend
Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.
- Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
- PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin
Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT07108868) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.


