PIKALO-1-Studie: Untersuchung des mutationsselektiven PI3Ka-Hemmers STX-478 bei fortgeschrittenen soliden Tumoren
- Geschlecht
- Frauen und Männer
- Alter
- ab 18 Jahren
- Studienart
- Interventionell
- Therapielinie
- Rezidiv / refraktär
- Phase
- Phase I/II
Worum geht es in dieser Studie?
Für fortgeschrittene solide Tumoren mit einer genetischen Veränderung im sogenannten PIK3CA-Gen werden neue zielgerichtete Behandlungsansätze entwickelt. Hierzu gehört der neue Wirkstoff STX-478, der gezielt gegen die veränderte Form des PI3Ka-Enzyms wirken soll. Ziel der PIKALO-1-Studie ist es, die Sicherheit und Wirksamkeit von STX-478 allein oder in Kombination mit weiteren Krebsmedikamenten bei Patient*innen mit fortgeschrittenen PIK3CA-mutierten Tumoren zu untersuchen. Patient*innen ab 18 Jahren mit fortgeschrittenen soliden Tumoren und nachgewiesener PIK3CA-Mutation können an dieser Studie teilnehmen.
Studienablauf
Voraussetzungen
Diagnose: Brustkrebs und andere solide Tumore
Alter: ab 18 Jahren
Therapielinie: Rezidiv / primär refraktär
Wichtige Einschlusskriterien: PIK3CA-Mutation, fortgeschritten, metastasiert oder lokal nicht operabel
Zuteilung
Sequenzielle Zuweisung
Behandlung
Nachbeobachtung
Diagnose: Brustkrebs und andere solide Tumore
Alter: ab 18 Jahren
Therapielinie: Rezidiv / primär refraktär
Wichtige Einschlusskriterien: PIK3CA-Mutation, fortgeschritten, metastasiert oder lokal nicht operabel
Sequenzielle Zuweisung
Ausführliche Beschreibung
In gesunden Zellen spielt das Enzym PI3Ka (Phosphoinositid-3-Kinase alpha) eine wichtige Rolle bei der Steuerung des Zellwachstums und der Zellteilung. Wenn das zugehörige Gen PIK3CA durch eine Mutation verändert ist, kann es zu einem unkontrollierten Zellwachstum kommen, das die Entstehung und das Fortschreiten von Krebserkrankungen begünstigt. Solche PIK3CA-Mutationen treten bei verschiedenen Tumorarten auf, darunter bei Hormonrezeptor-positivem (HR-positivem) Brustkrebs, aber auch bei gynäkologischen Tumoren wie Gebärmutter- und Eierstockkrebs sowie bei Kopf-Hals-Tumoren. STX-478 ist ein neuartiger, mutationsselektiver PI3Ka-Hemmer, der gezielt die veränderte (mutierte) Form des PI3Ka-Enzyms hemmt. Die nicht veränderte (normale) Form des Enzyms soll dabei möglichst wenig beeinflusst werden. Das Medikament ist bisher noch nicht zur Behandlung von Krebserkrankungen zugelassen.
Ziel dieser Phase-1/2-Studie ist es, die Sicherheit und Wirksamkeit des neuen Wirkstoffs STX-478 zu untersuchen. Die Studie ist offen (nicht verblindet), d. h. sowohl die Studienärzt*innen als auch die Patient*innen wissen, welches Medikament gegeben wird. Die Studie gliedert sich in mehrere Teile. Im ersten Teil wird untersucht, welche Dosierung von STX-478 gut verträglich ist und sicher angewendet werden kann. Hier erhalten die Patient*innen mit verschiedenen soliden Tumorerkrankungen STX-478 als alleinige Behandlung (Monotherapie). Anschließend wird STX-478 weiterhin als alleinige Behandlung untersucht, nun aber gezielter in einzelnen Tumorgruppen. Dabei soll geprüft werden, wie gut die Behandlung bei verschiedenen Krebsarten wirkt. Im zweiten Teil wird STX-478 mit dem antihormonellen Medikament Fulvestrant kombiniert. Dieser Studienteil richtet sich an Patient*innen mit HR-positivem, HER2-negativem oder HER2-niedrig exprimierendem Brustkrebs mit PIK3CA-Mutation. Im dritten Teil wird STX-478 zusätzlich mit einer Antihormontherapie und einem CDK4/6-Hemmer kombiniert. CDK4/6-Hemmer sind Medikamente, die bestimmte Eiweiße blockieren, welche das Wachstum von Krebszellen fördern. Ziel ist die Untersuchung verschiedener Kombinationstherapien bei Hormonrezeptor-positivem Brustkrebs. In einem weiteren Studienteil wird zusätzlich untersucht, wie STX-478 gemeinsam mit anderen Medikamenten vom Körper aufgenommen und verarbeitet (Pharmakokinetik) wird. Hierzu gehört unter anderem die Kombination mit Metformin, einem Medikament zur Behandlung von Diabetes mellitus. Die Studie umfasst verschiedene Patient*innengruppen (Kohorten), die sich nach Tumorart und Behandlungskombination unterscheiden, darunter Kohorten für Brustkrebs, gynäkologische Tumoren, Kopf-Hals-Plattenepithelkarzinome und weitere solide Tumoren.
An der Studie können Frauen und Männer ab 18 Jahren teilnehmen, wenn eine fortgeschrittene oder auf bisherige Behandlungen nicht mehr ausreichend ansprechende (refraktäre) solide Tumorerkrankung vorliegt, die bereits Metastasen gebildet hat oder lokal fortgeschritten und nicht operabel ist. Voraussetzung ist außerdem, dass der Tumor eine nachgewiesene PIK3CA-Mutation aufweist. Vor der Aufnahme in die Studie muss geeignetes Tumorgewebe für Untersuchungen vorliegen oder bereitgestellt werden können. Zusätzlich müssen sich die Patient*innen in einem ausreichend guten Allgemeinzustand befinden (weitgehend normale Alltagsaktivität) und eine ausreichende Organfunktion aufweisen. Nicht teilnehmen können unter anderem Patient*innen mit einem nicht ausreichend eingestellten Diabetes mellitus, mit Beschwerden verursachenden Metastasen im Gehirn oder Rückenmark oder mit einer früheren Behandlung mit einem PI3K-, AKT- oder mTOR-Hemmer (mit bestimmten Ausnahmen).
Fakten
- Welche Erkrankung: solide Tumoren (u. a. Brustkrebs, gynäkologische Tumoren, Kopf-Hals-Tumoren)
- Krebsmerkmale: PIK3CA-Mutation, fortgeschritten, metastasiert oder lokal nicht operabel
- Was untersucht die Studie: Sicherheit und Wirksamkeit des mutationsselektiven PI3Ka-Hemmers STX-478 als Monotherapie und in Kombination mit Antihormontherapie und CDK4/6-Hemmer
- Ziel der Studie: untersuchen, ob STX-478 bei Patient*innen mit PIK3CA-mutierten Tumoren sicher und wirksam ist
- Studiendauer: bis zu 28 Tage Voruntersuchung (Screening), anschließend Behandlung mit STX-478 allein oder in Kombination, die Dauer der Behandlung und Nachbeobachtung je Patient*in ist im Studienregister nicht angegeben
- Studienmerkmale: Phase-1/2-Studie, offen (nicht verblindet), nicht nach dem Zufallsprinzip aufgeteilt, sequenzielles Design mit mehreren Kohorten und Studienteilen
Studienzentren
1 Studienzentrum in Deutschland ist verzeichnet.
Universitätsklinikum Erlangen
Universitaetsstrasse 21-23, 91054 Erlangen
In Vorbereitung
Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.
- Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
- PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin
Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT05768139) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.


