Untersuchung einer PET/CT mit Fluciclovin (18F) bei wiederkehrendem Prostatakrebs nach unauffälliger PSMA-PET/CT
- Geschlecht
- Männer
- Alter
- ab 18 Jahren
- Studienart
- Beobachtend
- Therapielinie
- Rezidiv / refraktär
- Phase
- —
Worum geht es in dieser Studie?
Prostatakrebs kann nach einer zunächst in heilender Absicht durchgeführten Behandlung zurückkehren, wobei ein erneuter Anstieg des PSA-Wertes im Blut oft das erste Zeichen ist (biochemisches Rezidiv). Ziel der REFINE-Studie ist es, zu untersuchen, ob eine PET/CT-Untersuchung mit Fluciclovin (18F) Herde der zurückgekehrten Erkrankung sichtbar machen kann, wenn eine vorausgegangene PSMA-PET/CT ohne eindeutigen Befund geblieben ist. Männer ab 18 Jahren mit einem biochemischen Rezidiv eines Prostatakrebses nach vorheriger Behandlung und mit einer zuvor negativen oder nicht eindeutigen PSMA-PET/CT können an dieser Studie teilnehmen.
Studienablauf
Voraussetzungen
Diagnose: Prostatakrebs
Alter: ab 18 Jahren
Therapielinie: Rezidiv / primär refraktär
Wichtige Einschlusskriterien: Männer; erneut angestiegener PSA-Wert nach einer Behandlung in heilender Absicht; hormonsensitiv; vorausgegangene PSMA-PET/CT negativ oder nicht eindeutig
Zuteilung
Einarmige Studie
Behandlung
Nachbeobachtung
Diagnose: Prostatakrebs
Alter: ab 18 Jahren
Therapielinie: Rezidiv / primär refraktär
Wichtige Einschlusskriterien: Männer; erneut angestiegener PSA-Wert nach einer Behandlung in heilender Absicht; hormonsensitiv; vorausgegangene PSMA-PET/CT negativ oder nicht eindeutig
Einarmige Studie
Ausführliche Beschreibung
Prostatakrebs entsteht in der Vorsteherdrüse (Prostata), einer Drüse, die beim Mann unterhalb der Harnblase liegt und die Harnröhre umgibt. Die mit Abstand häufigste Form ist das sogenannte Adenokarzinom, das vom Drüsengewebe der Prostata ausgeht. Ein auf die Prostata begrenztes Prostatakarzinom wird in der Regel in heilender Absicht behandelt, wobei die operative Entfernung der Prostata (radikale Prostatektomie) und die Strahlentherapie zu den wichtigsten Behandlungswegen gehören und beide durch eine Hormonentzugstherapie ergänzt werden können. Steigt der PSA-Wert im Blut nach einer auf Heilung ausgerichteten Behandlung wieder an, wird dies als biochemisches Rezidiv bezeichnet (Rückkehr der Erkrankung, die sich zunächst nur im Labor zeigt). Häufig lässt sich zu diesem Zeitpunkt in der Bildgebung noch kein Krankheitsherd nachweisen. Um herauszufinden, wo die Erkrankung zurückgekehrt ist, wird häufig eine PSMA-PET/CT durchgeführt. PSMA ist ein Eiweiß, das auf Prostatakrebszellen meist in größerer Menge vorkommt als auf gesundem Gewebe. Für die Untersuchung wird ein schwach radioaktiv markierter Spürstoff (Tracer) verwendet, der an PSMA bindet. Mit der Positronenemissionstomografie (PET) kann sichtbar gemacht werden, wo sich dieser Spürstoff im Körper anreichert. Die gleichzeitig durchgeführte Computertomografie (CT) zeigt, an welcher Stelle im Körper sich diese Bereiche befinden. Wie gut ein zurückgekehrter Prostatakrebs erkannt werden kann, hängt unter anderem vom PSA-Wert und davon ab, wie viel PSMA die Tumorzellen bilden. Besonders bei niedrigen PSA-Werten kann die Untersuchung ohne eindeutigen Befund bleiben. Deshalb lässt sich nicht jedes Rezidiv mit einer PSMA-PET/CT nachweisen. Der neue Tracer Fluciclovin (18F) könnte hierbei eine neue Option im Rahmen der Frühdiagnostik darstellen. Es handelt sich hierbei um eine künstlich hergestellte, radioaktiv markierte Aminosäure, die wie natürliche Aminosäuren über bestimmte Transporter in der Zellhülle in die Zellen aufgenommen wird. Da diese Transporter in Tumorzellen häufig vermehrt vorhanden sind, kann sich der Stoff dort stärker anreichern und in der Aufnahme sichtbar werden. Fluciclovin (18F) wird über eine Vene verabreicht (intravenös). Anschließend wird mit einer PET/CT-Untersuchung sichtbar gemacht, wo sich der Marker im Körper anreichert.
Ziel der vorliegenden Beobachtungsstudie ist es, zu untersuchen, ob eine PET/CT-Untersuchung mit dem Spürstoff Fluciclovin (18F) Herde der zurückgekehrten Prostatakrebserkrankung sichtbar machen kann. Die Untersuchung findet im Rahmen der üblichen klinischen Versorgung statt, sodass keine Zuteilung zu verschiedenen Studiengruppen erfolgt und es keine Vergleichsgruppe gibt (nicht kontrolliert). Die Aufnahmen werden pseudonymisiert gespeichert und von drei unabhängigen nuklearmedizinischen Fachärzt*innen beurteilt, die die Befundung vor Ort nicht kennen. Anschließend werden die Patienten zwölf Monate lang beobachtet. Nach einem Monat wird über einen Fragebogen an die überweisenden Ärzt*innen erfasst, ob sich der geplante Behandlungsweg geändert hat. Nach zwölf Monaten werden weitere Untersuchungsergebnisse wie zusätzliche Bildgebung, PSA-Werte, der Behandlungsverlauf und, soweit vorhanden, Gewebeuntersuchungen herangezogen, um die Befunde der PET/CT zu überprüfen.
Teilnehmen können männliche Patienten ab 18 Jahren mit einem zuvor in heilender Absicht behandelten Prostatakrebs (Adenokarzinom der Prostata), bei denen der PSA-Wert erneut angestiegen ist (Verdacht auf ein biochemisches Rezidiv) und bei denen die im Anschluss durchgeführte PSMA-PET/CT negativ oder nicht eindeutig war. Nicht teilnehmen können Patienten mit einer aktuellen oder erst kürzlich beendeten Hormonentzugstherapie.
Fakten
- Welche Erkrankung: Prostatakrebs (Adenokarzinom der Prostata)
- Krebsmerkmale: erneut angestiegener PSA-Wert nach einer Behandlung in heilender Absicht, im Anschluss negatives oder nicht eindeutiges PSMA-PET/CT, hormonsensitiv
- Was untersucht die Studie: eine PET/CT-Untersuchung mit dem radioaktiv markierten Spürstoff (Tracer) Fluciclovin (18F), der über eine Vene verabreicht wird
- Ziel der Studie: Prüfen, ob sich mit der Fluciclovin (18F)-PET/CT Herde des zurückgekehrten Prostatakrebses nachweisen lassen, wenn die vorherige PSMA-PET/CT negativ oder nicht eindeutig war
- Studiendauer: bis zu ca. 1 Jahr
- Studienmerkmale: Beobachtungsstudie, nicht kontrolliert (keine Vergleichsgruppe), die Aufnahmen werden zusätzlich von unabhängigen Fachärzt*innen ohne Kenntnis der vorherigen Befundung beurteilt
Studienzentren
2 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet.
Universitätsklinikum Augsburg
Stenglinstraße 2, 86156 Augsburg
RekrutierendTUM University Hospital
81675 Munich
Rekrutierend
Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.
- Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
- PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin
Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT06859203) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.


