SIRIUSRekrutierend

Wertigkeit neuer genetischer Untersuchungsmethoden für die Beurteilung unklarer oder schwieriger Behandlungsfälle bei hämatologischen Erkrankungen

Geschlecht
Frauen und Männer
Alter
18–99 Jahre
Studienart
Beobachtend
Therapielinie
alle
Phase

Worum geht es in dieser Studie?

Dank der Entwicklung verschiedener Verfahren zur Diagnostik von bösartigen Erkrankungen des Blutes konnte in den letzten Jahrzenten die Diagnose in immer mehr Fällen korrekt und präzise gestellt werden. Dennoch gibt es weiterhin Fälle, in denen dies mit herkömmlichen Methoden nicht gelingt oder der Erkrankungsverlauf untypisch ist. Da den Erkrankungen oft Veränderungen des Erbgutes in den betroffenen Zellen zugrunde liegen, könnten durch die nun verfügbaren neuesten Methoden der Genanalyse (Darstellung des gesamten Erbgutes einer Zelle) noch mehr Erkrankungen korrekt identifiziert werden. Ziel der SIRIUS-Studie ist es, den Einsatz von Next-Generation-Sequencing-Methoden (Ganzgenomsequenzierung und Ganztranskriptomsequenzierung) zu untersuchen und dadurch die Diagnostik dieser Erkrankungen zu verbessern. Frauen und Männer zwischen 18 und 99 Jahren mit Verdacht auf ein hämatologisches Malignom oder einen untypischen Verlauf nach der Diagnose können an dieser Studie teilnehmen.

Studienablauf

Voraussetzungen

Diagnose: Hämatologische Malignome

Alter: 18–99 Jahre

Therapielinie: Unabhängig von Therapielinie

Wichtige Einschlusskriterien: unklare Diagnosen; ungewöhnliche Krankheitsverläufe; weitere hämatologische Erkrankung als Nebendiagnose; seltenes Erkrankungsbild

Zuteilung

Einarmigen Studie

Behandlung

BeobachtungsstudieVergleich der Untersuchungsergebnisse der Next-Generation-Frequencing-Methoden mit dem Goldstandard-Verfahren

Nachbeobachtung

12 Monate

Ausführliche Beschreibung

Hämatologische Malignome sind bösartige Erkrankungen, die das Blut, das Knochenmark oder das Lymphsystem betreffen. Zu diesen gehören unter anderem Leukämien, Lymphome und weitere seltenere Krebsarten. Die Ursache für diese Krankheiten ist häufig unbekannt, jedoch liegen sehr häufig genetische Mutationen zugrunde. D.h. bei der Zellteilung im Verlauf des Lebens haben sich Fehler im Erbgut der Zellen entwickelt, so dass sich bösartige Zellen entwickeln können. Herkömmliche Diagnosetechniken für hämatologische Malignome setzen sich aus einer Vielzahl an Untersuchungen zusammen. Es werden der Aufbau und die Form des Tumors und der Krebszellen, die Proteine auf der Oberfläche der Krebszelle und die Chromosomen der Patient*innen untersucht und molekulargenetische Tests durchgeführt. Hierbei spricht man von der sogenannten Goldstandard-Diagnostik. Diese Methoden liefern in etwa 90% der Fälle eine genaue Diagnose. In etwa 10% der Fälle bleibt die Diagnose jedoch unklar, was eine gezielte Behandlung erschwert. Diese diagnostischen Lücken könnten möglicherweise durch den Einsatz von sogenannten Next-Generation-Sequencing-Methoden geschlossen werden. Ganzgenomsequenzierung (WGS) und Ganztranskriptomsequenzierung (WTS) ermöglichen eine noch umfassendere Analyse der genetischen Informationen eines Tumors, was zu einer genaueren Diagnose führen kann.

Ziel der SIRIUS-Studie ist es, diese Next-Generation-Sequencing-Methoden mit den bisherigen Goldstandard-Diagnoseverfahren zu vergleichen. Es gilt zu untersuchen, ob die neuen Methoden eine bessere oder vergleichbare Genauigkeit aufweisen und inwiefern sie für die tägliche Routine-Diagnostik geeignet sind. Grundlage für diese Studie sind über 5500 Krankheitsfälle, die nach Goldstandard-Kriterien diagnostiziert und im Anschluss mit den Next-Generation-Sequencing-Methoden analysiert worden sind. Im Rahmen der Studie werden die Proben der Patient*innen mit den Next-Generation-Sequencing-Methoden untersucht und anschließend mithilfe eines Algorithmus einem Erkrankungsbild aus dieser Datenbank zugeordnet. Die Studie ist beobachtend, das bedeutet, dass keine Medikamente und neuen Therapieformen getestet werden. Der primäre Endpunkt der Studie ist, wie häufig die Diagnose durch Next-Generation-Sequencing mit der Diagnose auf Basis der Goldstandard-Verfahren übereinstimmt.

An der Studie können Frauen und Männer zwischen 18 und 99 Jahren mit Verdacht auf eine hämatologische Erkrankung, die durch herkömmliche Methoden nicht eindeutig diagnostiziert werden konnte oder mit einer hämatologischen Erkrankung mit ungewöhnlichem Krankheitsverlauf oder mit mehreren gleichzeitigen hämatologischen Erkrankungen oder seltenen/neuen Krebsarten teilnehmen.

Fakten

  1. Welche Erkrankung: hämatologische Malignome
  2. Krebs-Merkmale: unklare Diagnosen, ungewöhnliche Krankheitsverläufe, weitere hämatologische Erkrankung als Nebendiagnose, seltenes Erkrankungsbild
  3. Was untersucht die Studie: Vergleich von Next-Generation-Sequencing-Methoden zur Diagnostik mit der Goldstandard-Diagnostik
  4. Ziel der Studie: Verbesserung der diagnostischen Genauigkeit und Zuverlässigkeit
  5. Wie lange dauert die Studie: ca. 1 Jahr
  6. Studienmerkmale: Beobachtungsstudie, es werden keine neuen Medikamente oder Therapieformen getestet

Studienzentren

1 Studienzentrum in Deutschland ist verzeichnet.

  • MLL Munich Leukemia Laboratory

    Munich

    Rekrutierend

Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.

Medizinische Redaktion

  • Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
  • PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin

Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT05046444) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.