TOP-REALIn Vorbereitung

Erstlinienbehandlung mit Trastuzumab-Deruxtecan und Pertuzumab bei HER2-positivem metastasiertem Brustkrebs mit digitalem Nebenwirkungsmanagement (TOP-REAL)

Geschlecht
Frauen und Männer
Alter
ab 18 Jahren
Studienart
Interventionell
Therapielinie
Erstlinie
Phase
Phase II

Worum geht es in dieser Studie?

Bei HER2-positivem Brustkrebs im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium werden zielgerichtete Medikamente eingesetzt, die den HER2-Rezeptor auf den Krebszellen erkennen und gezielt angreifen. Ziel der TOP-REAL-Studie ist es, zu untersuchen, wie wirksam und sicher eine Erstlinienbehandlung mit Trastuzumab-Deruxtecan in Kombination mit Pertuzumab ist und ob digitale Gesundheitstools dabei helfen, Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen. Frauen und Männer ab 18 Jahren mit HER2-positivem Brustkrebs im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium, die bisher noch keine Chemotherapie oder HER2-gerichtete Therapie für die fortgeschrittene Erkrankung erhalten haben, können an dieser Studie teilnehmen.

Studienablauf

Voraussetzungen

Diagnose: Brustkrebs (Mammakarzinom)

Alter: ab 18 Jahren

Therapielinie: Erstlinie / bisher keine Therapie

Wichtige Einschlusskriterien: HER2-positiv, fortgeschritten oder metastasiert (Stadium 4), im metastasierten Stadium noch nicht mit einer Chemotherapie oder einer HER2-gerichteten Therapie behandelt

Zuteilung

Einarmige Studie

Behandlung

Trastuzumab-Deruxtecan + Pertuzumab + digitales GesundheitsmonitoringTrastuzumab-Deruxtecan und Pertuzumab werden als Infusion über die Vene (intravenös) alle 3 Wochen verabreicht. Digitales Monitoring mit App + Smartwatch + Pulsoximeter

Nachbeobachtung

60 Monate

Ausführliche Beschreibung

Brustkrebs (Mammakarzinom) ist eine bösartige Erkrankung des Brustdrüsengewebes, bei der eine unkontrollierte Vermehrung von Zellen der Brustdrüse vorliegt. Bei einem Teil der Brustkrebspatient*innen ist der HER2-Rezeptor (Human Epidermal Growth Factor Receptor 2) auf der Oberfläche der Krebszellen vermehrt vorhanden. Man spricht dann von HER2-positivem Brustkrebs, einer besonders aggressiven Form, bei der sich die Krebszellen schnell vermehren und in andere Körperregionen ausbreiten können (metastasieren). Der HER2-Rezeptor dient als Zielstruktur für moderne Krebstherapien. Trastuzumab-Deruxtecan ist ein sogenanntes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat: Der Antikörper Trastuzumab erkennt gezielt die HER2-positiven Krebszellen, bindet an diese und schleust dabei ein Zellgift (Deruxtecan) direkt in die Krebszelle ein, wo es die Zelle von innen zerstört. Pertuzumab ist ein weiterer Antikörper, der an einer anderen Stelle des HER2-Rezeptors ansetzt und so dessen Signalübertragung zusätzlich hemmt. Durch die Kombination beider Wirkstoffe werden die Krebszellen auf zwei verschiedenen Wegen angegriffen.

Ziel der Phase-2-Studie ist es, die Wirksamkeit und Sicherheit der Erstlinienbehandlung mit Trastuzumab-Deruxtecan (T-DXd) und Pertuzumab bei HER2-positivem metastasiertem Brustkrebs sowie den Nutzen eines proaktiven digitalen Nebenwirkungsmanagements zur frühzeitigen Erkennung und zum Management therapiebedingter Nebenwirkungen zu untersuchen. Die Studie ist einarmig, das bedeutet, alle Patient*innen erhalten die gleiche Behandlung mit Trastuzumab-Deruxtecan und Pertuzumab. Beide Medikamente werden als Infusion über die Vene (intravenös) verabreicht. Eine Besonderheit der Studie ist der Einsatz digitaler Gesundheitstools: Die Patient*innen erhalten eine App (CANKADO/Resilience) und zwei Geräte, ein Pulsoximeter und eine Smartwatch, um Vitalwerte wie die Sauerstoffsättigung und den Puls regelmäßig zu überwachen. Damit sollen mögliche Nebenwirkungen wie beispielsweise eine entzündliche Lungenerkrankung (Pneumonitis) frühzeitig erkannt werden. Vor Beginn der Behandlung werden bildgebende Untersuchungen durchgeführt, um messbare Tumorherde festzulegen. Die Tumorkontrollen erfolgen in den ersten 12 Monaten alle 9 Wochen und anschließend alle 12 Wochen, bis die Erkrankung fortschreitet, die Teilnahme beendet wird oder die Studie endet. Zusätzlich wird vor Behandlungsbeginn eine geeignete Tumorgewebeprobe benötigt. Diese wird zur Bestätigung des HER2-Status und zur Analyse weiterer Biomarker genutzt. Bei Fortschreiten der Erkrankung soll erneut eine Tumorbiopsie erfolgen. Außerdem werden zu bestimmten Zeitpunkten Blutproben entnommen, unter anderem zur Untersuchung von Biomarkern und genetischen Merkmalen, die das Ansprechen auf die Behandlung beeinflussen könnten. Die Patient*innen füllen zudem Fragebögen aus, um die Behandlung aus ihrer eigenen Perspektive zu bewerten, zum Beispiel im Hinblick auf Beschwerden und Lebensqualität. Außerdem erhalten die Patient*innen zur Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen verpflichtend eine vorbeugende Begleitmedikation. Teilnehmen können Frauen und Männer ab 18 Jahren mit HER2-positivem Brustkrebs im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium. Die Erkrankung muss HER2-positiv sein und kann sowohl Hormonrezeptor-positiv (HR+) als auch Hormonrezeptor-negativ (HR−) sein. Die Patient*innen dürfen bisher keine Chemotherapie oder HER2-gerichtete Therapie für die fortgeschrittene oder metastasierte Erkrankung erhalten haben. Eine vorherige Antihormontherapie bei metastasiertem Brustkrebs ist in begrenztem Umfang möglich. Frühere Behandlungen im frühen Krankheitsstadium sind erlaubt. Die Erkrankung muss in bildgebenden Untersuchungen beurteilbar sein und geeignetes Tumorgewebe für Untersuchungen muss verfügbar sein.

Fakten

  1. Welche Erkrankung: Brustkrebs (Mammakarzinom)
  2. Krebsmerkmale: HER2-positiv, fortgeschritten oder metastasiert (Stadium 4), nicht vorbehandelt mit Chemotherapie oder HER2-gerichteter Therapie im metastasierten Stadium
  3. Was untersucht die Studie: Wirksamkeit und Sicherheit von Trastuzumab-Deruxtecan in Kombination mit Pertuzumab als Erstlinientherapie sowie den Nutzen digitaler Gesundheitstools zur frühzeitigen Erkennung von Nebenwirkungen
  4. Ziel der Studie: den Einfluss einer Kombinationstherapie mit begleitendem digitalen Nebenwirkungsmanagement auf die Zeit bis zur nächsten Krebstherapie und auf die Lebensqualität untersuchen
  5. Studiendauer: Behandlung so lange, wie die Erkrankung nicht fortschreitet und die Behandlung vertragen wird, mit regelmäßigen Kontrollen bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder bis zum Studienende (voraussichtlich Juli 2030)
  6. Studienmerkmale: Phase-2-Studie, offen (nicht verblindet), eine Behandlungsgruppe (nicht kontrolliert), multizentrisch, digitales Monitoring (App + Smartwatch + Pulsoximeter)

Studienzentren

15 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet. Finden Sie ein Zentrum in Ihrer Nähe.

  • DRK Kliniken Berlin Mitte

    Salvador-Allende-Strasse 1-8, 12559 Berlin

    Status unbekannt
  • Marienhospital Bottrop gGmbH

    Josef-Albers-Strasse 70, 46236 Bottrop

    Status unbekannt
  • Universitätsklinikum Düsseldorf

    Moorenstrasse 5, 40225 Düsseldorf

    Status unbekannt
  • St.-Antonius-Hospital gGmbH Eschweiler

    Dechant-Deckers-Strasse 8, 52249 Eschweiler

    Status unbekannt
  • Universitätsklinikum Essen

    Hufelandstrasse 55, 45147 Essen

    Status unbekannt
  • Klinikum Frankfurt Höchst GmbH

    Gotenstrasse 6-8, 65929 Frankfurt am Main

    Status unbekannt

Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.

Medizinische Redaktion

  • Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
  • PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin

Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT07371585) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.