VIKTORIA-2In Vorbereitung

Gedatolisib als neues Medikament in Kombination mit einer Antihormontherapie und CDK4/6-Hemmern als Erstbehandlung bei fortgeschrittenem oder metastasiertem Hormonrezeptor-positivem, HER2-negativem Brustkrebs

Geschlecht
Frauen und Männer
Alter
ab 18 Jahren
Studienart
Interventionell
Therapielinie
Rezidiv / refraktär
Phase
Phase III

Worum geht es in dieser Studie?

Für Patient*innen mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Hormonrezeptor-positivem, HER2-negativem Brustkrebs steht als Standardbehandlung eine Antihormontherapie in Kombination mit einem CDK4/6-Hemmer zur Verfügung. Ziel der VIKTORIA-2-Studie ist es, zu untersuchen, ob die zusätzliche Gabe des neuen Medikaments Gedatolisib zu dieser Standardtherapie das Fortschreiten der Erkrankung wirksamer verzögern kann. Frauen und Männer ab 18 Jahren mit Hormonrezeptor-positivem, HER2-negativem Brustkrebs im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium, deren Erkrankung während oder innerhalb von 12 Monaten nach einer (neo-)adjuvanten Antihormontherapie fortgeschritten ist, können an dieser Studie teilnehmen.

Studienablauf

Voraussetzungen

Diagnose: Brustkrebs

Alter: ab 18 Jahren

Therapielinie: Rezidiv / primär refraktär

Wichtige Einschlusskriterien: Hormonrezeptor-positiv, HER2-negativ, lokal fortgeschritten oder metastasiert, Fortschreiten während oder nach (neo-)adjuvanter Antihormontherapie, nicht vorbehandelt im fortgeschrittenen Stadium  

Zuteilung

Stratifizierung anhand von Markern

Behandlung

Gedatolisib + Palbociclib + Fulvestrantnicht sensitiv für Aromatasehemmer
Ribociclib + Fulvestrantnicht sensitiv für Aromatasehemmer
Gedatolisib + Palbociclib + Letrozolsensitiv für Aromatasehemmer
Ribociclib + Letrozolsensitiv für Aromatasehemmer

Nachbeobachtung

48 Monate

Ausführliche Beschreibung

Brustkrebs (Mammakarzinom) ist eine bösartige Erkrankung des Brustdrüsengewebes, bei der eine unkontrollierte Vermehrung von Zellen der Brustdrüse vorliegt. Die Therapie richtet sich unter anderem nach dem Stadium der Erkrankung, dem Nachweis von Hormonrezeptoren (Östrogen- und Progesteronrezeptoren) sowie dem HER2-Status der Tumorzellen. Bei Hormonrezeptor-positivem Brustkrebs werden Medikamente eingesetzt, die die Wirkung des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen auf die Krebszellen hemmen oder dessen Produktion unterdrücken. Hierzu gehören unter anderem Aromatasehemmer (z. B. Letrozol) oder selektive Östrogenrezeptor-Degrader (SERD, z. B. Fulvestrant), die als Spritze in den Muskel (intramuskulär) verabreicht werden. Häufig wird die Antihormontherapie mit einem CDK4/6-Hemmer (z. B. Palbociclib oder Ribociclib) kombiniert, da diese Kombination die Wirksamkeit der Behandlung erhöhen soll. In einem fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium (Stadium 4), wenn bereits Absiedelungen der Erkrankung im Körper nachweisbar sind (Metastasen), ist eine Heilung in der Regel nicht mehr möglich. In diesen Fällen wird versucht, das Fortschreiten der Erkrankung so lange wie möglich aufzuhalten. Gedatolisib ist ein neuartiges, bisher noch nicht zugelassenes Medikament, das als Infusion über die Vene (intravenös) verabreicht wird. Es hemmt gezielt bestimmte Eiweiße in den Tumorzellen, die sogenannten Phosphoinositid-3-Kinasen (PI3K) sowie mTOR, die eine Rolle beim Wachstum von Krebszellen spielen. Veränderungen (Mutationen) im PIK3CA-Gen können dazu führen, dass Tumorzellen verstärkt wachsen und schlechter auf bestimmte Therapien ansprechen.

Ziel der vorliegenden Phase-3-Studie ist es, zu untersuchen, ob die zusätzliche Gabe des neuen Medikaments Gedatolisib zu der Standardtherapie das Fortschreiten der Erkrankung wirksamer verzögern kann. Die Patient*innen werden zunächst in zwei Kohorten eingeteilt, je nachdem ob sie sensibel sind für die Therapie mit dem Aromatasehemmer Letrozol oder nicht. Anschließend werden sie innerhalb jeder Kohorte nach dem Zufallsprinzip (randomisiert) einem von zwei Studienarmen zugeordnet. Im Studienarm erhalten die Patient*innen Gedatolisib und einen CDK4/6-Hemmer zusätzlich zu Letrozol oder Fulvestrant. Im Kontrollarm wird die Standardtherapie aus Letrozol oder Fulvestrant und einem CDK4/6-Hemmer verabreicht. Es handelt sich um eine offene Studie (nicht verblindet), das heißt, sowohl die Patient*innen als auch die Studienärzt*innen wissen, welche Behandlung verabreicht wird. Hauptziel der Studie ist es, zu untersuchen, ob die zusätzliche Gabe von Gedatolisib die Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung (progressionsfreies Überleben) verlängern kann.

Teilnehmen können Frauen und Männer ab 18 Jahren, die bisher keine systemische Therapie gegen den fortgeschrittenen Brustkrebs erhalten haben. Frauen vor der Menopause können ebenfalls teilnehmen, wenn sie bereit sind, zusätzlich einen LHRH-Agonisten zur Unterdrückung der Hormonproduktion zu erhalten. Ansonsten müssen die Patient*innen fit genug für die Therapie sein (z. B. gute Herz-, Leber- und Nierenfunktion).

Fakten

  1. Welche Erkrankung: Brustkrebs (Mammakarzinom)
  2. Krebsmerkmale: Hormonrezeptor-positiv, HER2-negativ, lokal fortgeschritten oder metastasiert, Fortschreiten während oder nach (neo-)adjuvanter Antihormontherapie, nicht vorbehandelt im fortgeschrittenen Stadium
  3. Was untersucht die Studie: Wirksamkeit und Sicherheit von Gedatolisib in Kombination mit Fulvestrant und einem CDK4/6-Hemmer im Vergleich zur Standardtherapie (Fulvestrant und CDK4/6-Hemmer)
  4. Ziel der Studie: untersucht, ob die zusätzliche Gabe von Gedatolisib das progressionsfreie Überleben verlängern kann
  5. Studiendauer: bis zu ca. 4 Jahre
  6. Studienmerkmale: Phase-3-Studie, randomisiert innerhalb der Kohorten, offen (nicht verblindet), vergleichende Studie, zwei Studienarme, Einteilung nach PIK3CA-Mutationsstatus

Studienzentren

4 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet.

  • Universitätsklinikum Düsseldorf - Gynecology

    40225 Düsseldorf

    In Vorbereitung
  • Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

    55131 Mainz

    In Vorbereitung
  • CaritasKlinikum Saarbrücken

    Rheinstraße 2, 66113 Saarbrücken

    In Vorbereitung
  • Helios Klinikum Wuppertal

    Heusnerstraße 40, 42283 Wuppertal

    In Vorbereitung

Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.

Medizinische Redaktion

  • Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
  • PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin

Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT06757634) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.