HPV-Atlas benennt sechs Vorschläge gegen Impflücken
DKFZ und Deutsche Krebshilfe fassen Daten zu HPV-bedingten Krebserkrankungen zusammen. Die genannten Maßnahmen sind Empfehlungen, kein neues Impfangebot.
Am 15. Oktober 2026 haben das Deutsche Krebsforschungszentrum und die Deutsche Krebshilfe den ersten HPV-Atlas Deutschland vorgelegt. Humane Papillomviren können unter anderem Gebärmutterhalskrebs sowie Krebserkrankungen im Mund-Rachen-Raum, am After, am Penis, an der Vulva und in der Vagina verursachen. Für 2021 schätzt das Robert Koch-Institut rund 11.000 solcher Neuerkrankungen, etwa 7.600 bei Frauen und 3.000 bei Männern.
Der Atlas verweist auf Studien mit mehr als 15 Jahren Nachbeobachtung, in denen Infektionen, Krebsvorstufen und Gebärmutterhalskrebs bei geimpften Menschen deutlich zurückgingen. 2024 waren in Deutschland 55 Prozent der 15-jährigen Mädchen und 36 Prozent der gleichaltrigen Jungen vollständig gegen HPV geimpft. Die Impfquoten unterscheiden sich je nach Region teilweise um mehr als 20 Prozentpunkte.
Sechs Vorschläge sollen die Lücke verkleinern: eine Kommunikationsstrategie, digitale Einladungen und Erinnerungen, die Verbindung der Impfung mit den Untersuchungen U10, U11 und J1, leichter erreichbare Angebote, eine nationale Präventionsstrategie und ein digitales Impfregister. Das sind Empfehlungen der Herausgeber. Ein bereits beschlossenes Programm oder ein neuer Impfanspruch ergibt sich daraus nicht.
Quellen
- Erster HPV-Atlas Deutschland: Sechs strategische Empfehlungen für eine bessere HPV-Prävention (öffnet in neuem Tab) · Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) · Abgerufen am
